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Das bisschen Haushalt oder Kevin allein zuhause 3

Von billyblue Freitag 26.07.2024, 23:01

9. Tag Montag
Bin wieder früh wach, wahrscheinlich arbeitet mein Unterbewusstsein wegen der Waschmaschine. Runter in den Keller und siehe da, das Programm ist fertig, sie steht auf Stand-by. Ich hatte also doch Recht, auf Maschinen kann man sich verlassen, was Frauen nie verstehen werden. Die Wäsche in den Trockner und wieder rauf zum Frühstück. Immer noch Heidelbeermarmelade. Eventuell sollte ich eine andere Sorte kaufen gehen. Mit gefülltem Bauch hole ich die trockene Wäsche und lege die Unterhosen und Handtücher in den Schrank. Bügeln muss ich die lt. „der besten Ehefrau von allen“ nicht. Zusammenfalten und einräumen. Komisch, warum sehen die Stapel so schräg aus. Bei ihr waren die immer exakt seitengleich. Was solls, ich bin doch nicht bei der Bundeswehr und will auch keinen Schönheitspreis gewinnen. Jetzt sind die Hemden dran. Wieder die Trommel füllen, Perwoll und den Weichspüler zufügen. Mehr braucht es nicht für saubere Wäsche. Warum machen Frauen immer so ein Tam Tam um diese einfache Sache. Hemden im Trockner? Nein, das lass ich lieber sein. Wer weiß wie die dann aussehen werden. Als Mann ist man bei neuen Sachen doch etwas vorsichtig. Der Vormittag neigt sich dem Ende entgegen, der Magen meldet sich. Heute werde ich mir ein Spießbraten Brötchen holen mit gaaanz vielen Zwiebeln. Das brauche ich mir diesmal nicht einpacken lassen, ich esse es gleich an Ort und Stelle. Bin ganz stolz auf mich, so geht Müllvermeidung. Danach ab ins Büro, aber erst nachdem ich beim Bäcker war. Ich bekomme bestimmt bald wieder Hunger und möchte für alle Eventualitäten gewappnet sein. Vier Stunden Büroarbeit ist genug, zuhause wartet mein Rasen, eher sollte ich den Wiese nennen. Hunderte von Blüten beherrschen das Bild. Mein Cousin zupft sogar die Gänseblümchen heraus. Bei einer solchen Ökowüste würde ich mich nicht wohlfühlen. Schmetterlinge flattern, Bienen summen, so sieht in meinen Augen Natur aus. Das werden meine Nachbarn so allerdings nicht bestätigen. Heute Abend genehmige ich mir ein Bier, Bosch Maibock mit 6 % Alkohol. Da fällt mir wieder der dämliche Spruch ein, „kennst du ein Wort ohne K? klar, doch Allohol, rülps.
10. Tag Dienstag
Heute ist Premiere für mich, ich werde bügeln. Das kann nicht so schlimm sein,“die beste Ehefrau von allen“ macht das mit links während sie TV schaut. Bügelbrett aufbauen, das Eisen holen, destilliertes Wasser auffüllen und los. Das kann ja nicht lange dauern. Erst die Knopflochleiste, dann weiter mit der Vorderseite, alles wenden und dann die andere Seite mit den Knöpfen. Fast ist die eine Seite fertig, wenn da nicht plötzlich überall tiefe Falten auftauchen würden. Also noch mal drüber und noch mal. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass da einer hinter meinem Rücken meinen Bügelversuch boykottiert. Wenn es so aussieht, dann soll es eben so sein, zumal ich meistens eine Jacke darüber anhabe. Erschöpft schütte ich mir nach den beiden belegten Broten den Rest aus der Teekanne in die Tasse, bereit für die Mikrowelle. Im Fernseher sind immer noch Wiederholungen, also wieder raus auf die Terrasse, diesmal mit einem großen Glas Merlot. Ich glaube, langsam werde ich zum Alki. Der Wein in der offenen Flasche wird bestimmt nicht besser, also muss sie aus ökologischen Gründen geleert werden. Entspannt und müde geht es nach einem kurzen Aufenthalt im Bad geradewegs ins Bett.
11. Tag Mittwoch
Morgen soll „die beste Ehefrau“ von allen aus dem Krankenhaus entlassen werden. Da muss natürlich alles stimmen. Sie nimmt bestimmt an, dass ich im Dreck erstickt bin. Der werde ich es zeigen. Staubsaugen, Küche putzen, Spülmaschine anwerfen und was es sonst noch zum Wohlbefinden bedarf. Die Teekanne zeigt bedenkliche braune Flecken. Vielleicht war das 3 Tage Stehenlassen doch nicht so gut für die Hygiene? Der immer mit heißem Wasser ausgespülte Biotopf zeigt erste Schimmelflecken. Wo mögen die wohl herkommen. Das Teeglas ist auch nicht mehr so klar, wie damals als ich es vor einer Woche aus dem Schrank geholt habe. Nach ein paar Stunden bin ich fertig. Irgendwie riecht es frischer in der Wohnung und oberflächig sieht es aus, als ob die ganzen Tage niemand hier gewohnt hat. Ich werde morgen bereitstehen um das Lob für das 2-wöchige Überleben in der Wildnis entgegen zu nehmen. „Die beste Ehefrau von allen“ kann kommen, aber ich habe am eigenen Leib erfahren, das bisschen Haushalt ist ein Vollzeitjob wenn man ihn richtig führt. Alle Achtung an die Frauen, die das jeden Tag machen „müssen“.
Ende

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