Die Leute blickten irritiert ...
Von
tastifix
20.07.2025, 01:40 – geändert 31.08.2025, 04:50
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tastifix
20.07.2025, 01:40 – geändert 31.08.2025, 04:50
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Es war unvermeidbar geworden, wir mussten hin. Mein total geknickt guckendes Bernhardinerbaby, 70 cm groß, während der Bahnfahrt auf dem Schoß haltend, war es für mich fat nicht mehr möglich, an ihm vorbei prüfend aus dem Fenster zu schauen, damit wir ja nicht an der falschen Haltestelle ausstiegen. Die Ansagen des Schaffners gingen nämlich in dem allgemeinen Lärm unter.
Selbstverständlich hatte ich gehofft, Barry und erst recht mir diesen Termin ersparen zu können, daheim Erste Hilfe geleistet und die längliche Wunde zugenäht. Doch plagte mich mein Geswissen.
„Was, wenn die sich entzündet oder wieder aufplatzt?`
Anscheinend vor Angst keines Winselns mehr fähig, schwieg Barry weiterhin und rührte sich auch nicht.
Er tat mir so leid, ich knuddelte und knuddelte und tröstete und tröstete. Mein Hund hatte wohl schon mit seinem Leben abgeschlossen und reagierte weder auf das Eine noch aufs Andere.Nicht mal ene Pfote bewegte er.
´Ist wirklich dringend!`, sagte ich mir.
Mit dem total schlapp und schwer wie ein Sack auf meinem Arm hängenden Hund betrat ich wenige Minuten später die Klinik. Sofort fiel nir auf, wie sehr still es war.
„Die wissen, wie man mit Tieren umgehen muss, um denen die Furcht zu nehmen!?“
Eine junge Frau, bestimmt die Ärztin, sprach mich an:
„Achjee, was fehlt dem Süßen denn? Ist er etwa krank?-Hm, danach schaut er eigentlich so gar nicht aus!“
„Nein, ist er aich nicht, aber vielleicht … Nun ja, vielleicht hat er sich ja mit Anderen gezankt. Schauen Sie mal hier!“
„Moment, da ist doch nichts ...“
„Ja“, begann ich zu beichten, „jetzt nicht mehr! Als ich jene Wudne entdeckte, wollte ich ihm so schnell wie möglich helfen und hab die zugenäht!“
„Sie haben … was??“
„Ja, die sollte sich ja nicht entzunden!“
„Wie hat Barry denn reagiert? Hat bestimmt furchtbar gewinselt. So ohne Narkose ...“
„Nein, der stand wohl seelisch völlig neben sich und hat sich nicht gemuckst!“
„Und weshalb sind Sie nun hier?“
„Mir ließ mein Gewissen keineRruhe. Ich hab Angst, dass ich ihm mit der Aktion eher geschadet als geholfen haben könnte!“
„Möchten Sie, dass wir die Wunde nochmals öffnen, untersuchen und dann fachgerecht zunähen?“
„Ja, bitte!“
Barry hatte wohl alles mit angehört und ich hatte den Eindruck, als ob er ständig schrumpfen würde. .
„Macht der so weiter, halt ich hier gleich nen Floh. O je!!"
„Seien Sie ganz beruhigt. Ich vereise die Stelle und Barry wird auf keinen Fall etwas spüren.Verspreche ich Ihnen!“
Daraufhin musterte ich meinen Hund etwas weniger zweifelnd. Bestimmt hatte Barry Gerüche wahrgenommen, auf die er gern verzicthet hätte. Denn die hatten ihn dann wohl an frühere Klinkbesuche erinnert
So, mein Kleiner! Gleich hast Du es hinter Dir. Vielleicht hat Frauchen ja noch etwas in der Nöhe zu erledigen?“
´Hm, mal überlegen …“
Doch dann sah ich auf Barry, dessen flehenden Blick, der mir sagte, ich möge doch auf keinen Fall weggehen, sondern bei ihm bleiben.
„Er fürchtet sich so sehr. Dürfte ich mich vielleicht hier warten, damit er riecht, dass ich da bin?“
Die junge Frau sah mich mitfühlend an.
„Sie haben Ihr Tier aber sehr lieb, ja?“
„Ja! Und er mich auch!“
„Okay!. Machen Sie es sich gemütlich. Ich bringe Ihnen gern etwas zu trinken oder auch zu lesen!“
„Danke auch!“, sagte ich noch.
„Na, Barry, es geht ganz schnell. Hab keine Agnst!“, redete sie auf den Patienten ein und streichelte ihn ausgiebig. Barry ließ sich stumm und sicn in sein Schicksal ergebend in den Behandlungsraum tragen. Die Tür fiel hinter ihm zu und ich blieb zurück mit einem mulmigen Gefühl in der Magengegend.
„Und, was werden die noch mit ihm machen, falls sie feststellen sollten, dass die Wunde doch tiefer als von mir angenommen war? Muss er dann gar hier bleiben?“
Je länger ich so ohne meinen Hund dort saß, umso nervöser wurde ich.
„Es dauert so lange. Da stimmt etwas nicht!““
Als der Kleine dann, erneut auf dem Arm der jungen Frau, mir zurück gebracht wurde, beruhigte es mich, wie gelassen Barry dort auf dem Arm hing. So ganz anders als vor der Prozedur.
„Uund??“
„Keine Sorge! Die Wune war nur oberflächlich und ist bestens verheilt!"
Mir fiel ein Stein vom Herzen und anscheinend Barry auch, der schon wieder viel fröhlicher zu gucken schien.
„Wann sollen wir zur Kontrolle kommen?“
„Gar nicht! Nur, falls Barry wider Erwarten zeigt, dass er an der Stelle Schmerzen hat!“
„Tschüss Barry. Du bist ein ganz Lieber. Machs gut! - Und Sie auch!“, lächetle sie mich zum ABschied an.
Draußen herzte ich meinen Hund ausgiebig, woraufhin mich sehr irritierte Blicke der Entgegenkommenden streiften. Nun ja: Ich gebe zu, dass Stoffhunde wohl kaum in eine Beißerei geraten und dann zur Behandlung in eine Puppenklinik müssen, in der man selbstverständlich auch keine Hundejammerlaute vernehmeh würde. Ist ja auch logisch, oder?