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Die trotzige Zitronentorte

Von tastifix Dienstag 23.12.2025, 10:21 – geändert Dienstag 23.12.2025, 11:49

Die Nachfeier von acht Geburtstagen stand an.
„14 Erwachsene und ein Baby! - Na, denn los!"

Tagelang vor dem besagten Samstag stand ich in der Küche, bereitete Salate für 5-10 Personen vor und buk Kuchen und zwei Torten. Je näher die Feier rückte, umso nervöser wurde ich.

Selbstverständlich nahm ich auch die Lieblingstorte meines Nachwuchses in Angriff, eine doppelstöckige Zitronensahnetorte mit Baiserfüllung. Zuerst buk ich den unteren Boden, dann den oberen und drückte sie dann aufeinander. Die Torte danach ringsum fmit dem Zitronencreme-Sahnemantel, noc hdazu mit mandelblättchen verziert, fert8gzustellen, dauerte eine Weile. Die Torte sah ptoll aus. Nachdem ich sie in Alufolie eingewickelt hatte, fror ich sie stolz ein.


Es wurde Samstag. Liebevoll deckte ich die Kaffeetafel:
„Wenn gleich noch die Kuchen drauf stehen ..."
Die beiden Torten holte ich sicehrheitshabler bereits ganz früh aus dem Tiefkühlfach, damit sie rechtzeitig auftauen sollten.

Wie eine Trophäe trug ich die Zitronentorte vor mir her in die Küche, griff mir ein Messer und trennte das Kunstwerk vom Formrand - no Problem. Weil Kaffeetafeln voller Kuchenkrümel sehr unattraktiv ausschauen, hatte ich vor, die Torte in Stücke zu zerteilen. Beziehungsweise ich wollte es ...

Vorsichtig ritzte ich den Sahnemantel nur oberflächlich an. Ohne etwa hre Form zu uverlieren, nahm es die Torte hin. Mutiger geworden, drückte ich das Schnediwerkzeug tiefer hinein und verversah sie mit dem üblichen hübschen Schnittmuster. Die obere Tortenhälfte n Stücke zu schneiden, klappte gut, aber zur Mitte nach unten hin bremste etwas. Egal, wie kräftig ich schob und drückte.
„Ächz, komm nicht durch!"
„Die ist doch aufgetaut!", behauptete mein männliches Gegenüber.
„Ist die nicht richtig!", hielt ich dagegen. „Siehste doch jetzt!"
Er sah es nicht, vor allem dann nicht ein:
„Wenn ichs Dir sage: Klar ist siee aufgetaut!!"

Es brachte mich auf Hundert. Ich wurde wütend auf das scheinbar unfähige Messer und auf die sich so unverschämt sträubende Torte. Nur noch mit Mühe konnte ich mich davor zurückhalten, mit einem Hammer das Messer schwungvoll zu tyrannisieren, damit dieses doch endlich bis ganz unten vordringen sollte. Allein aus weiser Voraussicht - meine Finger hätten unter Garantie bitter drunter leiden müssen - verzichtete ich auf jene brutale Methode und klappste stattdessen nur leicht mti der Hand auf den Messergriff.

Es brachte überhaupt nichts. Kuchen und Messer stellten sich stur, letzteres steckte dann gar fest. Sauer versuchte ich es mit guten, darauf weniger guten Worten und auch heimlichen Flüchen. Vergebens. Es aber letztendlich mit meinem wahrlich irren Gewicht von 53kg zu beschweren, erschien mir gleichfalls als arg übertrieben. Erst nachdem ich mehrmals noch an ihm herum ruckte und zog, schaffte ich es zu meiner großen Erleichterung, das Ding immerhin wieder rauszuziehen und dann noch erleichterter festzustellen, war, dass die Torte die Aktion nicht übelnahm und nicht dabei zermatschte.

„Mönsch, so ein Mist!!"
Wieder rammte ich das Messer in den Kuchen. Es tat sich nichts.
„Irgendetwas stimmt da nicht ..."
Verärgert musterte ich die Schnittränder.
„Häh? Was ist denn das?"
Fassungslos starrte ich auf das hellgraue, mir eigenartig bekannt vorkommende Etwas, das sich mttig hochgewölbt hatte und so den Kuchenstückspitzen einen besseren Überblick über die Küche gönnte. Ob sie diese Nettigkeit wirklich angemessen anerkannten, ließ sich leider nicht ausmachen.

„Das darf doch nicht wahr sein!!"
So etwas war mir noch nie unterlaufen: Ich hatte in der Hektitk wegen der vielen noch ausstehenden Vorbereitungen nicht die ganze Torte wie üblich auf den Pappteller gestellt, der sie zum efnacheren Einfriieren stabilisieren sollte, sondern jener den Platz in der Mitte zwischen den beiden Böden zugewiesen. Wohl aus Begeisterung darüber (endlich mal ne Abwechslung!) schlug sie jetzt scheinbar charmante Wellen.

„Och nee, wie peinlich!"
Gut nur, dass ich mein Mienenspiel nicht im Spiegel beobaten konnte. Bestimmt guckte ich recht dümmlich drein. Verzweifelt suchte ich nach eienr Ausrede, warum und wieso alles so gekommen wäre, darauf hoffend, mein Mann hatte das Malheur nicht registriert und murmelte einiges ziemlich unsinniges Zeug. Er sollte ja nicht merken, wie doof ich mir vorkam:
„Zitronentorte mit Pappeinlage. Kriegt nicht jeder hin!"
Es half nicht, im Gegenteil. Mir war pappelend.

Aufzugeben kam nicht in frage. So schob ich die Stücke des oberen Bodens von der Pppe auf einen Tortenheber, was sie sich in angebracht aufrechter haltung widerstandslos gefallen ließen und bugsierte sie dicht an dicht in Kreisform auf eine Platte. Zu meiner Freude war von der Katastrophe überhaupt nichts mehr zu sehen., der Sahnemantel u mden Boen unbeschädigt.

„ist eben ne einstöckige Torte!", trumpfte ich auf.
„Ehem!", kam als Kommentar.
Deun unteren Tortenteil aber, der, zudem ohne schmückenden Sahnemantel, nun sehr usnchön aussah, entsorgte ich trotzdem nicht, sondern verwahrte ihn nach einem Kontrollnaschen im Kühlschrank. Um ihn würde ich mich am nächsten Tag noch kümmern.

Dann saßen wir in gemütlicher Kaffeerunde zusammen. Alle lobten die Torte über den Klee. Ich platzte damit heraus, wieso die nur halb so hoch wie sonst war. Mein Nachwuchs grinste vielsagend:
„Jaja, das Alter, Mama!"

Am Tag danach schrumpfte dann die verunglückte Tortenhäflte bereits um ein Viertel. Mmm, lecker!!

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