Ein beschissener Tag oder Suicide is painless.
Von
billyblue
Dienstag 30.07.2024, 22:19
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billyblue
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Als Kevin am Morgen aufwachte, wusste er schon, es wird ein beschissener Tag werden. Beim Aufstehen überfiel ihn eine Welle von Übelkeit. Er sprintete zum Fenster, um frische Luft zu schnappen. Frauen ist es nie länger als 9 Monate übel, ihm erging es aber schon fast zwei Jahre so. Er schmiss schnell eine Vomex ein. Im Gegensatz zu den gelben mothers little helper der Stones, waren die rötlich. Nach zwanzig Minuten ging es ihm wieder besser und er konnte die Morgenzeitung wieder mit Marmeladenfingerabdrücken verzieren. Er hatte zwar in der Zeit, als seine Frau im Krankenhaus lag (ihr geht es schon wieder ganz gut) eingekauft, wohl aber das Falsche oder einfach nicht genug. Die „beste Ehefrau von allen“ schrieb ihm einen Einkaufszettel angeordnet in der Reihenfolge wie er im Supermarkt an den Sachen vorbeikommen würde. Diesmal ging es etwas früher in den Markt in der Hoffnung, dass noch nicht viele Kunden stören würden.
Am Eingang waren Obst und Gemüse, dann alles was das Herz begehrt von Tschibo. Er arbeitete langsam den Zettel ab und stand dann an der Kasse. Das Band war schnell ganz belegt. Der nachfolgende Kunde musste erst warten, bis die Kassiererin mit dem scannen anfing. Er räumte alles ein und zückte dann seine Karte. Äh, wie war der Pin nochmal? Eingeben, der wird schon stimmen. Ne, noch ein Versuch, wieder nicht, also zum dritten Mal. Das wars, die Karte war gesperrt. Der Mann in der Schlange hinter ihm verdrehte schon die Augen und wurde nervös. Zum Glück hat der Mann von Welt mehrere Karten zur Verfügung, irgendwie war ihm der richtige Pin eingefallen.
Jetzt wieder alles in den Wagen und Richtung Ausgang eilen. Dort wartete schon das dritte Unangenehme für heute, es schüttete wie aus Eimern. Kevin wartete mit anderen Kunden auf das hoffentlich baldige Ende. Nach zehn Minuten war ihm der Regen egal. Er schob den Wagen Richtung Pkw, die Klappe hoch und alles einräumen war eins. Kaum fertig hörte der Regen auf. Zuhause allerdings noch nicht ganz, es war aber jetzt egal, nasser konnte er nicht mehr werden. Nachdem er alles verstaut hat, die Eiscreme als erstes in der Tiefkühltruhe, sie sollte ja nicht schmelzen, dann in die Regale und zum Schluss im Kühlschrank, war er fix und fertig. Sein Zuckerspiegel war bedenklich gesunken. Er legte sich nach dem Mittagessen hin und schlief bis 15 Uhr. Um diese Zeit meldete sich wieder der Hunger. Zum Glück hatte er eine Platte von dem saftigen, duftenden Pflaumenkuchen mitgebracht. Welch ein Genuss, die Welt war wieder in Ordnung.
Am Abend schaltete er den PC an. Bis der gebootet hatte verging eine Ewigkeit. Er legte eine DVD ein um einen Film auf einen Stick zu kopieren. Wollte, es kam die Anzeige „keine Rückmeldung“ und dann tat sich gar nichts mehr. Auch hier kam es wieder zum dritten Versuch. Zwischendurch funktionierte das Neubooten nur mit einem Masterclear. Jetzt half nur noch der Herr Norton, sollte auch mal was für sein Geld arbeiten. Es kam ein Hinweis auf 3156 Registrierfehler und die Frag ob die beheben werden sollen. Natürlich, wofür hatte Kevin ihn denn gekauft. Er machte sich auf eine lange Wartezeit gefasst und verschwand mit einem Krimi von Elizabeth Georg ins Wohnzimmer wo „die beste Ehefrau von allen“ die x. Wiederholung eines alten Krimis schaute. Kevin nahm die Hörgeräte heraus und hatte eine herrliche Ruhe zum Lesen.
Nach einer halben Stunde war der PC wieder in Ordnung. Leider waren auch alle Lesezeichen im Browser gelöscht. Also jedes Mal wieder Passwort eingeben, dann die Telefonnummer, auf das Kennwort warten und dann eingeben. Dieser fürchterliche Datenschutz hält sehr auf.
Dann schaute er in Feierabend nach, wer ist heute online? Jede Menge, sogar am Samstagabend. Früher wären die alle in der Disco gewesen und nicht am PC. Er schrieb einen Bekannten an und es kam zu einer netten Unterhaltung, die aber dann etwas abdriftete nach dem Lied „suicide ist painless“
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Kevin war nicht dieser Meinung. Es kann sehr schmerzhaft sein, bis man diesen Schritt in die Tat umsetzt. Bei den Konflikten in der Welt, selbst in Europa in der Ukraine sind sie aktuell angekommen, können schon mal die Gedanken durch den Kopf gehen, dass es für Beteiligte vielleicht besser sein könnte, Schluss zu machen. Er war aufgewühlt und beschloss ins Bett zu gehen. In der gesamten Zeit hatte er ein Bier getrunken (Es handelte sich um den zweiten Kasten, den er dieses Jahr angebrochen hatte, um dem Gerücht, er sei Alkoholiker, den Wind aus den Segeln zu nehmen