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Ein Ösi trifft den Ozeanriesen

Von Feierabend-Mitglied Dienstag 18.11.2025, 15:58 – geändert Dienstag 18.11.2025, 22:46


Als Edit dem Walhai begegnete – ein österreichisches Au-pair zwischen Staunen, Salzwasser und einem Riesenfisch mit Punkten

Ich sehe es noch vor mir, als wäre es gestern gewesen: Edit steigt nach ihrem Tauchgang aus dem Wasser, zitternd wie nach drei doppelten Espressos und mit einem Gesichtsausdruck, als hätte sie gerade persönlich Poseidon zum Frühschoppen getroffen. „Oida, i fass des ned!“ ruft sie, während sie die Tauchmaske runterreißt. „Der Fisch war riesig – des is jo vü größer als unser Busbahnhof in Graz!“

Sie fuchtelt wild mit den Armen, um mir die Größe des Wals zu zeigen. Ehrlich, sie sah dabei aus wie ein Seeotter 🦦, der versucht, Wüstenwanderung zu machen.

Während sie nach Luft japst, fange ich an, ihr ein paar Walhai-Fakten zu erzählen – in der Hoffnung, ihren Adrenalinlevel ein bisschen runterzukriegen. Ich erzähl ihr, dass Walhaie bis zu zwölf Meter lang werden, über 300 Zähne haben und trotzdem nichts fressen, das größer ist als ein Gummibärchen.

Edit schaut mich an, als hätte ich ihr erzählt, dass Kühe fliegen können. „Na geh! 300 Zähn und nix damit tun? Des is ja wie a Wiener mit an Gemüseteller!“

Dann sag ich ihr, dass jeder Walhai ein eigenes Punktmuster hat – quasi sein persönlicher Unterwasser-Fingerabdruck. „Jo eh,“ meint sie, „ober der seine Punktl warn vü größer als mei ganze G’sicht!“ Und wie sie da steht, Hände an den Wangen, sah sie aus wie die österreichische Version von „Kevin alleine zu Hause“.

Als ich erwähne, dass Walhaie manchmal husten, um ihre Filter zu reinigen, ist es endgültig vorbei. „Der hustet?!“ kreischt sie. „I hob g’rade mit einem Tier gschwommen, des hustet wie mei Oma im Winter!“ Dann macht sie den Walhai-Huster nach – klingt aber eher wie ein Staubsauger mit Burnout. Ich hab Tränen gelacht.


Je mehr Geschichten ich erzähle – dass Walhaie hundert Jahre alt werden, tief wie Aufzüge in die Unterwelt tauchen und junge Walhaie manchmal richtig verspielt sind – desto mehr rutscht Edit in diesen ganz besonderen Zustand zwischen Ehrfurcht und komplettem Hirn-Überhitzungsalarm.

„I schwör dir,“ sagt sie schließlich, „i bin g’standn wie a Fischstäbchen, des im falschen Ozean g’landt is. Und der Walhai… der hot mi ned amoi ignoriert – der hot mi einfach überhaupt net registriert!“ Sie denkt kurz nach. „I war basically a Unterwasser-Schwammerl.“

Später, als wir zusammensitzen und sie endlich wieder trocken ist, erzähl ich ihr noch mehr – wie bedroht diese sanften Riesen sind und warum sie unseren Schutz brauchen. Edit wird plötzlich ganz ruhig.

Dann lehnt sie sich zurück, seufzt und sagt: „Des war des Größte, was i je erlebt hab. Und du mit deine Fakten… jetzt bin i no narrischer drauf!“

Ihr Blick? Der hat geleuchtet wie eine Nachtischlampe.

Und ganz ehrlich: In diesem Moment hätt ich’s ihr geglaubt, wenn sie behauptet hätte, der Walhai hätt ihr zum Abschied einen Kuss gegeben.

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