Neu hier? Lies hier über unser Motto gemeinsam statt einsam.
Mitglied werden einloggen




Passwort vergessen?

17 8

Ein Wiedersehen hinterlässt Spuren

Von tastifix Donnerstag 14.11.2024, 00:51 – geändert Donnerstag 21.11.2024, 06:35

Ich war 25 Jahre alt, als wir das erste Mal meine Eltern im Sauerland besuchten, die in einem kleinen Dorf nahe Meschede bei einem Bauern eine Ferienwohnung hatten. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir das mit zierlichen Möbeln eingerichtete Wohnzimmer unter den Dachschrägen, das dadurch noch an gemütlicher Athmosphäre gewann. Ich fühlte mich sofort heimisch. Die Wohnung bot Zugang zu einer großen Dachterrasse, die meine Eltern, weil es keine anderen Feriengäste gab, ganz für sich hatten. Der Ausblick auf die weiten Wiesen, Felder und auch Wälder ringsum war traumhaft.

Auch das Bauernpaar lernten wir kennen. Sie waren sehr herzlich zu uns. Auf einem Bauernhof leben Tiere und ich wählte sofort meine Lieblinge aus, eine schwarze Katze ´Möhrchen`und zwei Hunde. Der eine ein sShäferhundmix und der andere eine Möchtegern-Dackelhündin,die gerade Welpen hatte. Ich freundete mich ihnen an und Daisy brachte mir tatsächlich ein Junges, legte sich zu mir und ich streichetle das Kleine. Ein paar Tage später, als wir zur Rückreise aufbrachen, nahmen wir jenes Kleine mit. Eine junge Familie hatte sich gemeldet, die sich den kleinen Hund wünschte und wir durften mitansehen, wie sehr sie sich alle freuten. Mit dem Gefühl, dem Tierchen zu einem guten Zuhause verholfen zu haben, fuhren wir dann weiter.

Einige Jahre später reisten wir mit unseren dann vier Töchtern dorthin. Der Empfang war genauso herzlich wie damals. Alles schien unverändert zu sein, gemeinsam machten wir Spaziergänge durch die Natur. Es war fast so, als ob wir nie fort gewesen wären. Begeistert sahen sich unsere Kinder die Tiere an und schlossen sie sofort ins Herz. Gegen Abend verabschiedeten wir uns und konnten uns gut vorstellen, diese Tour noch öfters zu machen.

Doch die Zeit verstrich, auch meine Eltern waren verstorben, unsere Kinder bereits erwachsen. Ab und zu stieg die Erinnerung an jene Bauersleute, an den Hof und an all das, was wir dort erlebt hatten, wieder hoch und ich sehnte mich danach, das Haus nochmals zu besuchen. Ich wusste, wie eigenartig dieser Wunsch war nach den vielen Jahren und doch zog es mich mehr und mehr dorthin.

Dann war es soweit: Wir reisten wieder mal ins Sauerland und unternahmen bei der Gelegenheit einen Abstecher zu jenem Ort. Allerdings hielt uns das Wissen darum, dass wir fremd waren und sich nach all den Jahren wohl niemand mehr an meinen Mädchennamen erinern nwürde, davon ab, uns den Leuten vorzsutellen. Nein ,es lag alles zu lange zurück. So parkten wir nur gegenüber des Hauses und sahen hinüber. Es hatte einen Anbau erfahren, in dem wir weitere Ferienwohnungen vermuteten. Die Terrasse dagegen war unverändert geblieben. Ich sah uns alle wie damals dort sitzen, Kffee und Kuchen genießen und uns fröhlich uns unterhalten. Wehmut stieg in mir hoch und es dauerte einige Minuten, bis ich den Blick abwenden konnte:
„Es ist Vergangenheit. Lass uns fahren!“
Es auszusprechen fiel mir schwer, denn es war ziemlich sicher, dass ich diesen kleinen Ort, jenes Haus, mit dem mich doch einige Erinnerungen verbanden, nie mehr sehen würde. Jedoch verwischten sich diese Gedanken, je weiter wir uns entfernten, zunehmend und ich sagte mir:
„Ich habe mir den Wusnch erfüllt. Ich bin dort gewesen!“
Zwar noch etwas nachdenklich gestimmt, aber gleichzeitig froh kam ich daheim an.

Du möchtest die Antworten lesen und mitdiskutieren? Tritt erst der Gruppe bei. Gruppe beitreten

Mitglieder > Mitgliedergruppen > Kreativ Schreiben > Forum > Ein Wiedersehen hinterlässt Spuren