Er überraschte mich immer wieder ...
Von
tastifix
Montag 14.10.2024, 12:16 – geändert Samstag 02.11.2024, 21:22
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tastifix
Montag 14.10.2024, 12:16 – geändert Samstag 02.11.2024, 21:22
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Eurasier Knödelchen war so gerade im Twern-Frechdachs-Alter gelandet, als er mir erneut bewies, wie keck er sein konnte. Dass er extrem sanft, aber dabei stur wie eine Hauswand war, wusste ich ja mittlerweile.
Meine Töchter hatten sich Frikadellen mit Pommes gewünscht. Ich war ausgesprochen einverstanden damit, denn Pommes schiebt man nur in den Backofen und Frikadellen waren fix zubereitet. Wie stets erachtete es Knödelchen als seine Pflicht, mich in seiner, wie er wohl annahm, Küche zu beaufsichtigen. Dies klappte am besten, wenn er sich neben mich vor die Arbeitsplatte stellte. Zudem war dort der herrliche Fleischgeruch am intensivsten.
Garantiert registrierte er zufrieden, wie sehr ordentlich ich bei der Arbeit vor ging. Fast genauso gründlich, wie er nach dem Fressen noch den Boden rings um den Napf sogar von Resten befreite, die gar nicht da waren. Aber eben diese Aufmerksamkeit brachte leider für ihn auch Nachteile. Die vorbereiteten Fleischbällchen lagen ganz weit hinten auf einem Alufolientablett. Wegen dessen Größe hing vorn ein winziger Zipfel über.
Klar fiel mir auf, wie reglos Knödelchen plötzlich dort davor verharrte.
´Achnee!`
Noch wies ich ihn nicht zurecht, war viel zu gespannt darauf, ob er wirklich … Tja, im nächsten Moment erntete ich einen besonders charmanten Dackelblick, unterstützt von einem ebenso charmanten Wedeln. Gleichzeitig zupfte er etwas an dem besagten Zipfel.
„Lass es, Knödelchen!“
Er stellte die niedlichen Teddyohren auf Durchzug, machte weiter.und versuchte, die Frikadellen etwas näher zu sich zu ziehen.
„Was fällt Dir denn ein? Weg da!!“
Es klang ziemlich energisch. Nein, so hätte ich wohl mit diesem Hernn von und zu nicht schimpfen dürfen, diesem Pseudoengelchen auf vier Pfoten.
Nach einem bezeichnenden Blick ´Wie kannst Du nur .. ?` drehte Knödelchen mir ostentativ den Rücken zu, verzog sich einen Meter weiter vor die Küchenwand, ließ sich extra laut nieder plumpsen und guckte ebenso ostentativ streng an mir vorbei jene eigentlich total langweilige weiße Tapete an.
„Schmoll mal ruhig! Stört mich überhaupt nicht!!“
Es war glatt gelogen.
Knödelchen bewies echte Ausdauer. Vermied noch eine halbe Stunde lang jeden Blick zu mir, die ich ständig geknickter drein schaute.
´Wenn er doch nicht sonst so verflixt lieb wäre …´
Daran hätte ich besser nicht denken sollen, denn mein verzweifeltes Bemühen, es ihm gleichzutun und weiterhin stur zu bleiben, scheiterte kläglich.
„Knödelchen, komm, wir vertragen uns wieder!“, flehte ich.´So allmählich piepts bei mirt! Ich entschuldige mich tatsächlich bei meinem Hund? Oje!`
Anscheinend reichte eine solche Entschuldigung bei weitem noch nicht aus. Garantiert hätte dort vor seiner Nase ein riesengroßes sSück Fleischwurst baumeln müssen, damit er endlich gnädiger gestimmt gewesen wäre.
„Ach, Knödelchen! Frauchen schimpft auch bestimmt nie wieder!“
Es war die zweite dreiste Lüge an diesem Tag.
Nanu, offensichtlich beeindruckte dies ihn jetzt wohl doch ein wenig. Jedenfalls sah ich am leichten Zittern seiner Ohren, dass jene diese Nachricht zumindest als angenehm empfunden und schnellstens an Knödelchens Seele weitergeleitet hatten. Ja, endlich tat sich etwas. Zunächst wars ein zögerlicher prüfender Blick zu mir. Allmählich regte sich oh ihm wohl doch Mitleid mit seinem total zerknirschten Frauchen in. Ganz, ganz langsam drehte er den Kopf wieder mir zu. Dann aber hielt auch er es wohl nicht länger aus, sprang auf und im nächsten Moment schmiegte sich ein großes Wollknäuel an meine Beine.
„Wuwuuh!“, meinte es.
Beide waren wir überglücklich, aber eine Frikadelle bekam er trotzdem nicht. Auch keine Fleischwurst. Wenigstens darin blieb ich konsequent.