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Es war ja so rührend

Von tastifix Mittwoch 29.10.2025, 23:06 – geändert Montag 03.11.2025, 19:50

Damals noch ohne Kinder, besuchten wir als junges Ehepaar meine Eltern im Sauerland in ihrer Ferienwohnung im Haus eines Bauern. Die Leute waren sehr herzlich … Die vielen Tiere … Ich fühlte mich auf Anhieb sehr wohl.

Die Bauern besaßen eine kleine Mischlingshündin. Sie sah aus wie ein bunt geschckter Dackel und um sie herum sprangen sechs Welpen, die ihr wie ein Ei dem anderen glichen. Wer der Vater der süßen Kleinen war, wusste niemand. Nachdem wir auf der Terrasse Kaffee und Kuchen genossen hatten, hockte ich mich zu den Tieren auf den Boden, beobachtete die Babys beim Spiel, sagte Daisy, wie niedlich die Sechs wären und streichelte und streichelte. Kurz darauf passierte dann etwas, was ich nie mehr vergessen sollte ...

Daisy erhob sich, nahm eines der Babys im Nckenfell, trug es zu mir und setzte es auf meinen Schoß. Es kam so überraschend, dass ich erst im zweiten Moment richtig verinnerlichte, was da eigentlich vor sich gegangen war. Daisy, diese Hündin, die ich doch erst seit ein paar Stunden kannte, hatte mir ihr Junges gebracht. Mehr konnte sie mir nicht zeigen, dass sie mir vertraute. Auch die Bauern waren sehr gerührt:
„Daisy mag Sie!“, sagten sie.
Ich sagte gar nicths, schluckte nur.

Leider erfuhr ich dann noch etwa Trauriges, was mir keine Ruhe lassen sollte. Die Geschwister des Kleinen waren bereits alle versprochen worden, würden ein schönes Zuhause bekommen. Nur für das Kleine auf meinem Schoß hatte sich noch keines gefunden. Nun ist die Einstellung zu Tieren auf dem Land eine manchmal sehr andere als die bei uns in der Stadt. Mir kam also zu Ohren, dass das Kleine eventuell getötet werden sollte.
Nein, dazu durfte es nicht kommen! Ich redete so lange auf meinen Mann ein, dass es dann beschlossene Sache war, dass wir versuchn würden, für das Tierkind eine Bleibe zu finden. Zum Glück meldete sich eine junge Familie aus Dortmund. Bevor wir nachhause fuhren, gaben wir dem Kleinen noch zu trinkeen und fütterten es. Es sollte doch während der für ihn aufregenden Reise nicht auch noch hungern oder gar dürsten müssen.

Hundekenner ersehen daraus sofort, dass wir damals von Hunden noch nicht viel Ahnung hatten. Baby hatte tüchtig gefuttert, vor Aufregung wurde ihm im Wagen schlecht und es erbrach die Häflte seiner Mahlzeit. Rasch beseitigten wir das Malheur und beeilten uns, die angegebene Adresse anzusteuern. Als wir klingelten, vernahmen wir von innen schon lautes Jubeln und Freuderufe. Die Tür öffnete sich und zwei strahlende Kinder begrüssten uns.
„Er soll es bei uns sehr gut haben!“, versicherten uns die Eltern.
Ich merkte, dass mir der Abschied schwer wurde und wir verabschiedeten uns fix.

Auf der Fahrt nachhause redeten wir nicht viel. Beide hingen wir unseren Gedanken nach. Erst, als wir daheim ankamen, sagte ich:
„Irgendwie tat es weh, ihn abzugeben. Aber genauso ist es ein tolles Gefühl, ihn gerettet zu haben!“

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