Feechen und die Pappschachtel
Von
tastifix
Freitag 11.04.2025, 18:13 – geändert Samstag 12.04.2025, 12:44
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tastifix
Freitag 11.04.2025, 18:13 – geändert Samstag 12.04.2025, 12:44
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Es gibt nicht nur Nachlatzen, sondern genauso Naschhunde. Euurasier Knödelchen tat es nicht, Spitzmischling Quinny ebenfalls nicht – es sei denn, icich war längere Zeit abwesend. Aber Schäferhündin Feechen war einsame Spitze darin. Sie hatte es einfach, war mit 60,5 cm Schulterhöhe die größte der Drei und reichte also an alles heran, was nicht niet- und nagelfest war.Obwohl Tochter aus bestem Adel, kümmerte sie sich um vornehmes Benehmen nicht die Bohne und klaute alles, was sie erwischen konnte. Salzstangen, Goldflischli und, falls keiner aufpasste, Pizzastücke und einmal sogar … Aber das ist eine andere Geschichte.
Wieder einmal bot sich eine besondere Leckerei an, Feechen agierte prompt Und verzog sich dann sicherheitshalber in den Keller. Vielleicht würde ich es ja nicht bemerken, was los war? Feechen, von mir Fledermäuschen genannt, hatte mit großem Erfolg eine weitere Übung auf dem Weg zur Meisterdiebin absolviert.
Ich war beschäftigt, habe ja vier Töchter und damals drei Vierbeiner und verrichtete Hausarbeiten im Erdgeschoss. Nichts Böses ahnend, beobschtete ich, dass Fledermäuschen langsam die Treppe aus dem Keller hoch trappste. Auffallend lagnsam, fand ich. Ein Blick in ihre Augen und mich bewegte eine vage Ahnung, weshalb dem so war. Jedenfalls passte das, was ich aus dem Block ablesen konnte, genau dazu. Offensichtlich bemühte sie sich verkramptt, ja noch richtig bis Vier zu zählen (4 Beine), was ihr nur mit ääußerster Konzentration noch gelang und sie hatte eindeutig Schwierigkeiten, die so zu sortieren, dass sie nicht etwa die Treppe wieder runter kippte. Hätte mich aber nicht gewundert, denn höchstwahrscheinlich sah sie alles ziemlich undeutlich.
Um sie nicht zu Unrecht zu beschuldigen, sie wäre mal wieder tätig gewesen, lief ich fix nach oben in mein Schlafzimmer und schaute aufsBett, auf dem etwas unübersehbar fehlte. Somit verfestigte sich die vage Ahnung zur unbezweifelbaren Gewissheit. Eine große Packung mit dementsprechend vielen Mom Cheries war weg. INirgtendwo mehr entdeckte ich ein winziges Stück Pappe. Im ersten Moment ein bisschen sauer, musste ich denn doch beim Gedanken daran, wie zerknittert die Sünderin auf der Treppe gewirkt hatte, schmunzeln. Sie jetzt noch auszuschimpfen, hätte ja nichts gebracht.
Feechen war anscheinend froh, doch noch das Treppenhindernis bewältigt zu haben und legte sich, da garantiert für ihr wohl sicherer, platt auf den Wohnzimmerteppich. Der Raum wackelte wahrscheinlich noch etwas, aber sie selber wenigstens nicht mehr. Ich aber war besorgt, ob es ihr übel wurde. Aber - Feechen doch nicht!
„Kein Wunder! Ans Klauen ist sie ja gewöhnt!Und wer gleich nacheinander Salzstangen, ganze Tüten Goldfischli und danach zum Nachtisch noch Salmiakpastillen futtern kann, ohne dass es ihm schlecht wird, verträgt auch Pappe mit Mon Cherie darin.
Aber damit endete diese Episode noch nicht. Meine Zweite, damals Teenager, hat viel Sinn für Humor und Blödsinn. ZweiTage später rief sie mich ins Arbeitszimmer meines Mannes, In d em ein großes TV-GGerät steht. Soche Geräte bieten den Vorteil. dass man alles ganz doll groß anschauen kann.
„Mama, gleich kommt ne Tiersendung!“
“Hm, ja, schön, aber ich versteh im Moment nicht ...“
„Mama. Ich hab denen ein Foto von Feechen geschkcit!“
„Du hast was …??“
Jahaah!“, nichte sie und schmunzelte .
Es verunsicherte mich denn sehr und dann passierte es: Der Moderator hielt Feechens Abbild ganz nah vor die Kamera und N. grinste noch mehr. Zuerst war ich fassugnslos, was ich dort sah und dann lachte ich laut. Auf dem Bild guckte Feechen genauso glasig wie in der Minute auf der Treppe. Wenn ich ehrlich bin, wirkte sie ein wenig, hm ja, man verzeihe mir, bekloppt oder, denn doch schonender beschrieben, total neben sich stehend und sternhagelvoll.
„N,, Du hast Ideen, die machen Eindruck!“
Jahaah, Mama, muss ich von Dir haben!“
Ich ahb tTränen gelacht. Meinem süßen Hundemädchen war ja nichts passiert.Ihr Magen hatte die selbst für Feechen ausgefallene Mahlzeit gelassen geduldet, war ja Kummer gewöhnt.