Irgendwie Magie....
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Feierabend-Mitglied
Montag 01.09.2025, 11:50 – geändert Montag 01.09.2025, 12:42
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Stimmengemurmel, unterdrücktes Geraune mit dem Nebenmann, der Nebenfrau, manchmal ein leises Rufen hinüber auf die andere Seite des Raumes, der in U-Form aufgestellten Stühle. Große Fenster sind weit geöffnet, immer noch warme Sommerluft flutet den kleinen Saal. Ein paar abendliche Straßengeräusche dringen in den gut besetzten Raum. Letzte kleine Mineralwasserflaschen werden herumgereicht. Das Zischen von geöffneten Getränken ist zu hören, während der Referent die Sitzung beginnt.
Während ich zuhöre, lasse ich meine Augen über die Gesprächsrunde wandern, stolpere über einen interessierten, intensiven Blick auf der gegenüberliegenden Seite. Irritiert schaue ich weiter, kehre jedoch wieder zurück….er ist noch da, dieser Blick. Interessanter Mensch, Mann.
Es ist ein Blick, der mich meint, genau, das ist es. Unsere Augen tasten sich vorsichtig gegenseitig Stück für Stück ab, lösen sich nicht voneinander. Die Zeit scheint für einen Moment stillzustehen. Es knistert….so plötzlich, so heftig und so laut, dass es bestimmt zu hören ist. Das ist doch kitschig! Ach nee, und das in meinem Alter! Abrupt wende ich den Blick ab, hin zu dem gerade sprechenden Teilnehmer. Ich höre was er sagt und höre es doch nicht. Alles wird ein wenig unwirklich.
Reiß dich zusammen, du bist gleich dran…...Mühsam konzentriert trage ich mein Anliegen vor, schnell ist es abgehandelt, aufatmend lehne ich mich zurück. Spüre seinen Blick. Wieder schauen wir uns an. Lange.
Allgemeine Aufbruchstimmung. Ich befestige meinen Kugelschreiber an meinem Schreibblock, stecke mein Smartphone in die Tasche und stelle meine Wasserflasche in den am Ausgang bereit gestellten Kasten. Nach dem allgemeinen Abschied schaue ich mich nicht mehr um, gehe eilig wie auf Watte die Treppen hinunter zu meinem Auto. Es ist noch heiß im Innenraum. Ich öffne die Türen vom Fahrer- und daneben vom Beifahrersitz, das Verdeck wird weit geöffnet. Ich lehne mich mit dem Rücken an die Hintertür meines fahrbaren Untersatzes, atme tief ein, beim Ausatmen zähle ich bis 10, atme ein und zähle wieder bis 10, will runterkommen, schließe für einen Moment die Augen.
Als ich sie wieder öffne, fällt mein Blick auf das Gebäude, in dem ich mich vorhin befand. Er wandert hoch zu den noch weit geöffneten Flügelfenstern des kleines Saales.
Dort oben steht ER ganz ruhig und schaut hinunter….
She2021
Aus meinen „Kleinen Geschichten“ 07/2025
Foto/Netz