Neu hier? Lies hier über unser Motto gemeinsam statt einsam.
Mitglied werden einloggen




Passwort vergessen?

18 6

Mein aller letztes Bachkonzert

Von tastifix Freitag 11.07.2025, 14:06 – geändert Freitag 11.07.2025, 14:30

Für die gewaltige Musik Wagners und Bachs habe ich mich noch nie begeistern können. Ich lausche lieber Mozartklängen.

Als junges Ehepaar ohne Kinder gingen wir oft ins Theater oder besuchten Konzerte. Um meinem Mann eine Freude zu machen, hatte ich mir vorgenommen, hn in ein Bach-Konzert zu begleiten. Damals noch berufstätig, hatte ich einen extren anstrengenden Arbeitstag hinter mir und kam ziemlich groggy daheim an. Kurz darauf dann auch mein Mann, aber im Gegensatz zu mir noch relativ munter. BeimBlick in den Kühlschrank stellten wir fest, dass wir vor unserem Musikabend noch dringend einkafuen mussten.

Der Supermarkt war brechend voll. Außer uns hatten wohl noch Viele erschrocken die gähnende Leere in ihrem Kühlschrank registriert. Wir Kunden schoben uns alle gegenseitig an den Regalen entlang und von Theke zu Theke.Wer Pech hatte, stellte dann schimfpend die Ernährungsplanung für die nachfolgenden Tage total um. Statt des vorgesehenen Fisches wanderte Braten in den Einkaufskorb und umgekehrt. Bestimmt eine halbe Stunde oder länger plünderten wir die verschiedenen Theken, solange, bis unser Einkaufswagen fast überquoll. Durchgeschwitzt rollten wir ifn gen Kasse.

"Mensch, hoffentlich sind wir gleich schnell draußen. Ich kann nicht mehr. Die Luft hier ist ja zum Eierlegen!", stöhnte ich.
"Lass uns nochmals überlegen: Haben wir denn auch wirklich alles?", meinte da doch tatsächlich meine andere Hälfte.
In dem Moment wünschte ich ihn auf den Mond, aber bitte ohne Rückflugticket.
"Mir piepegal. Bloß weg hier!", piepste ich.
Das ´Bloß-weg-hier`blieb noch eine geraume Zeit ein frommer Wunsch, denn all die lieben Mitmenschen, die uns Gesellschaft leisteten, ersehnten das Gleiche und drängten dirthin.Vor uns eine 34m-Schlange,hinter uns ebenfalls. Wir also mittendrin und erschöpft bis zum Unfallen. Zusätzlich dröhnte uns der anhaltende und gleichbleibende Lärm ringsum die Ohren zu. Es war gleich eines äußerst zäh fließenden Verkehrs auf der Autobahn. Wirstsanden uns wartend die Beeiune in den Bauch. Leider konnte ich ein Gähnen nicht mehr unterdrücken.
´Wär`doch heute kein Konzert!`
Hielt ich mich am Einkaufswegen fest. Plötzlich schien mir der Lärm leiser geworden, alles irgendwie so fern zu sein.
"Was ist denn mir Dir los?", musterte mich mein M.ann.
"Nichts, nichts!", schreckte ich hoch und prompt wurde der krach wieder lauter.
Zum Glück waren wir dann doch irgendwann an der Reihe, verstauten unseren Maxi-Einkauf im Wagen und düsten eilig heim. Ich sehnte mich so sehr nach einem kalten Wasserstrahl ...

Nach der Dusche im Schnelldurchgang hätte ich mich zu gerne noch etwas ausgeruht ,aber dafür bleib keine Zeit. Doch fühlten wir uns etwas frischer, zogen uns rasch um und fuhren zum Theater, das wir tatsächlich rechtzeitig erreichten. Wir ahtten Seitenlogenplätze gebucht. So blieb es uns wenigstens erspart, uns durch die Sitzreihe durchschlängeln zu müssen. Aufatmend sanken wir in die Sessel und harrten des Konzertes, das auch pünklich begann.
"Eine wunderbare Musik, aber nichts für mich!", stellte ich mal wieder fest.
Nach wenigen Minuten drifteten meine Gedanken ab. Zuerst wälzte ich Probleme, dann dachte ich an alles Mögliche. An die Vorkommnisse im Dienst, an die netten Gespräche mit meinen Kolleginnen und an noch Angenehmes mehr.

Wie ich es brachte, noch den Eindruck zu erwecken, ich hörte fasziniert zu, weiß ich bis heute nicht. Vielleicht half mir dabei, dass ab und an ein donnernder Ton meine Überlegungen durchschnitt. Was mich aber sehr beunruhigte, war, dass die Pausen zwischen jenen Tönen länger und länger wurden wie auch nach der Hälfte des Konzertes meine Lider zunehmend schwerer.
"Nein!", ermahnte ich mich. "Das nicht!"
Entschlossen klemmte ich mir geistige Streichhölzer zwischen die Lider. Dies half enorm, zumindest jeweils für ´ne Viertelstunde. Dann mußte ich sie auswechseln.

Kurz vor demeinem solchen optischen Reifenwechsel schubste mich mein Mann von der Seite an. Er konnte ja nicht ahnen, wie dankbar ich ihm sonst dafür gewesen wäre, Doch in diesen Moment war ich selbst dafür schon zu weggetreten. Er wiederholte diese peinliche Übung mehrmals. Beim ersten Male guckte ich imemrhin noch nach vorne zum Orchester. Beim zweiten Male nur noch zur Seite, das wars aber auch. Aber beim dritten Male hatte er Pech. Er knuffte und knuffte, ich schrak kurz zusammen, schämte mich für eine Mikrosekunde, die Lider öffneten sich einen Spalt breit und sofort waren meine Augen wieder zu. Diesmal für länger. Es war etwa zwanzig Minute nvor Ende des Konzertes, ich schleif fest
Dies passierte etwa zwanzig MInuten vor Ende des Konzertes. Ich verschlief den Rest und träumte sanft. sanft.Weckversuche blieben zwecklos. Wenigstens schnarchte ich nicht und erzählte auch keine Romane.

Nie wieder besuchte mein Mann mit mir ein Bachkonzert!

Du möchtest die Antworten lesen und mitdiskutieren? Tritt erst der Gruppe bei. Gruppe beitreten

Mitglieder > Mitgliedergruppen > Kreativ Schreiben > Forum > Mein aller letztes Bachkonzert