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Mückenrendezvous

Von tastifix Freitag 19.06.2026, 13:27 – geändert Donnerstag 25.06.2026, 06:15

Schon seit jeher liebte ich jene geflügelten Wesen. Am liebsten hätte ich daheim eine Mückenzucht betrieben, aber, was ich so gar nicht verstehen konnte, war mein Mann strikt dagegen. Dabei hätten wir ja, um sie zu versorgen, nur einen winzigen Blutstropfen spendieren und die juckenden Indizien der Festmahlzeit in Kauf nehmen müssen. Doch das sah selbst ich nicht ein.

Mindestens einmal im Jahr, meist während der Sommerferien, entschließt sich der Mensch, dem vertrauten Heim den Rücken zuzukehren und ein weit entferntes Ziel aufzusuchen. Man mag ja nicht jahraus, jahrein nur die eigenen Wände anschauen.
So entschlossen wir uns zu einem Urlaub in der Nähe von Narbonne und freuten uns auf das angenietete Feriendomuzil. Allein wurde die zweitätgige Anfahrt trotz Klimananlage ziemlich stressigf, denn wir benötigten diverse Pausen. Sobald wir ausstiegen, erschlug uns die Hitze fast. Deshalb fielen diese Fahrtunterbrechungen extrem kurz aus und wir atmeten auf, danach wieder im Wagen zu sitzen.

Die vorüber fliegende Landschaft ließ uns die Hitze beinahe vergessen. Wir übernachteten in einem Novotel und setzten dann die Reise fort. Immer noch war es glühend heiß und wir ersehnten unser Zimmer herbei. Dort angekommen, mussten wir feststellen, dass es im Raum beileibe nicht erfrischend kühl, sondern fast genauso drückend war wie draußen. Darum und auch, weil uns die lange Anreise ermüdet hatte, legten wir uns abends ziemlich früh zu Bett.

Wenigstens mussten wir uns nicht mit dicken Oberbetten herum plagen. Es lagen nur sehr leichte Laken bereit. Dennoch fanden wir keinen Schlaf. Verzweifelt rissen wir die Fenster auf.
„Gleich wird’s hier erträglicher!“
Die Hoffnung erfüllte sich einerseits, andererseits aber so gar nicht. Einerseits, weil es nachts bekanntlich kühler zu werden beliebt und andererseits, weil wir unverhofft Besuch bekamen.

Er klopfte nicht etwa, wie es sich geziemt hätte. höflich an die Tür, sondern bevorzugte das weit geöffnete Fenster. Es machte ´sss`. Der Besuch erwies sich als äußert neugierig und es surrte zunehmend mehr. Mein Mann vergaß die Gastgeberfreundlichkeit total, versuchte dagegen, des fiesen Gastes habhaft zu werden. Der ließ sich nicht abhalten von seiner Surrmusik und flog uns dreist vor dem Gesicht herum.

Inzwischen wurde dies Gesurre unerträglich.
„Du, von wegen nur eine! Hier hat sich deren ganezr Schwarm versammelt!“
„Aber bei geschlossenem Fenster ersticken wirr!“, jammerte ich.
Der Gedanke an diese ausgesprochen unangenehme Möglichkeit bewegte uns, das Fesnter trotzdem nicht zu schließen, aber uns dagegen bis zur Haarspitze unter den Laken zu verstecken.
„Suuurrr, surrr, surr!“

Klar endeten unsere Versuche, jener Mückenarmee Widerstand entgegen zu setzen, ohne jeden Erfolg. Die halbe Nacht wälzten wir uns von einer Seite zur anderen, schlugen mit den Armen und trampelten mit den Beinen. Es verunsicherte sie so gar nicht. Dagegen starteten sie enen Generalangriff.
„Aua! Schon wieder!!“
Kämpfen macht groggy, irgendwann erlahmte unser Kampfgeist und wir schliefen tatsächlich ein.

Das Aufwachen am nächsten Tag gestaltete sich grauenvoll. Am ganzen Körper juckte und piekte es. Die Salbe gegen Insektenstiche kam dagegen nicht mehr an und wir kratzten und kratzten wider besseren Wissens, dass wir uns damit keinen Gefallen ftun würden.

Die einzige Beschäftigung, die uns blieb, war, unsere Mückenstiche zu zählen. Mein Mann kan noch gut dabei weg: Es waren nur 8. Mich aber hatten sie anscheinend zum Lieblingswirt erklärt und mir zum Dank für geleistete Dienste 13 bildschöne feuerrote Indizien für ihren fast maßlosen Appetit spendiert.
Wir dankten ihnen ganz ausdrücklich für diese Gaben ...

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