Muttergefühl
Von
tastifix
Donnerstag 23.07.2026, 08:25
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tastifix
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Freude zu empfinden ist etwas Beglückendes, eine Breicherung für die Seele. Manchmal sind es Kleinigkeiten, die jenes Gefühl vermitteln, man muss nur ein Auge und Ohr für sie haben.
Die großen Freuden im Leben kennen wir alle: Geburtstage, erste Liebe, Heirat, die Kinder.
Ich erinnere mich noch genau, wie schlimm es für mich war, meine Älteste erst nach zehn Tagen das erste Mal zu sehen, weil es mir ziemlich schlecht ging. Doch sofort, als ich aus der Kaiserschnittnarkose erwachtte und der Chefarzt sagte, dass ich eine Tochter bekommen hätte, war das Muttergefühl da. Weil sie etwas zu schlank war, lag sie noch im Brutkasten, war aber gesund.
Ich kam zurück ins Krankenziimmer, fühlte mich wie zwischen Tag und Traum.
„Und??“. fragte meine Mitaptientin Frau M., mit der ich mich ausnehmend gut verstand.
Ich stotterte:
„D..Die ist ja s..so süß!“
Und strahlte.
„Ja, was haben Sie denn bloß gedacht?“
Da soprudelte es nur so aus mir heraus:
„Sie hat riesige Augen und ganz viel dunkles Haar und ...“
„Wusste ich doch, dass die süß ist!“. aagte sie im Brustton der Überzeugung. selber vor wenigen Tagen Mutter eines Jungen geworden.
Wie auf Wolken schwebte ich zum Bett, krabbelte hinein und gedachte diese große Freude auszukosten. Es kam ganz plötzlich, ich verstand es selber nicht. Statt glücklich zu trällern, zog sich in mir alles zusammen. Ich spürte, dass mir die Tränen kamen. Völlig durchenander versuchte ich dagegen anzugehen und schluckte und schluckte.Vergeblich! Ich heulte. Mir war es schrecklich peinlich. Um zu verhindern, dass Frau M. es mitbekam, zog ich die Decke über den Kopf und suggerierte mir, so würde sie nicht merken, was sich unter der abspielte.
„Sie muss mich ja für durchgedreht halten. Ist ja nicht normal, was ich hier mache!“
ich redete mir vor, wie sehr ich mich doch freute. Es half nicht.
Frau M. aber vernahm es sehr wohl, das Schnieifen war wohl noch zu laut. Ihr fiel es wie Schuppen von den Augen, was anscheinend mit mir los war und beschloss, mir da schleunigst heraus zu helfen.
„Also: Den Quatsch lsasen Sie jetzt mal schnell wieder. Dafür gibts wirklich keinen Grund! - So, und jetzt freuen Sie sich fefälligst mal richtig!“
„Aber das mache ich doch!“, schniefte ich unter der Decke hervor.
„Jajaah, wie ich so ganz deutlich höre!“
Sie lachte herzlich. Es half dann endlich. Ich hörte af zu schniefen:
´Sie hat recht. Ich spinne ja!´
Diese Selbstdiagnose ließ mich wieder munterer werden. Die Bettdecke landete weiter unten und ich guckte schon fröhlicher. Sofort kam eine ironische Bemerkung aus dem Nebenbett:
„Also: Endlich! Und außerdem: Ihre Kleine will keine heulende Mutti. Sie will eine fröhliche, so, wie ich Sie hier kennen gelernt habe!“
Ich dachte und sagte es dann auch:
„Nein, nicht, dass die kleine Maus sich ne andere sucht!“
Man bedenke, dass ich immer noch irgendwie halb neben mr stand …
„Eben!!“, kam trocken dazu.
Wir lachten und die doofe Wochenbettdepression war überstanden.
Als ich meine Tochter dann endlich im Arm hielt, hmsterte die Kleine mich kritisch:
„E!“
Jedenfalls klang es in etwa so. Ich wertete es als Zustimmung und war erleichtert.