Nur-Frau
Von
tastifix
Donnerstag 28.11.2024, 20:40
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tastifix
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Selbstverständlich kenne ich die biblische Geschichte. Klar, dass wir ja bloß ein Mischmaschdrumherum um die siebente Rippe der wichtigsten Schöpfung Gottes sind. Doch was für eines!
Immerhin wusste sich schon Eva im Paradies eine der gottgewollten Eigenschaften ihres Adams zunutze zu machen. Um ihn dann fein um den Finger zu wickeln. Männer sind Schleckermäuler und Adam war es auch. Eva pflückte einen Apfel und hielt ihn ihrem Liebsten unter die Nase. Der ließ Gottes Vorschriften Vorschriften sein und genoss ohne jede Bedenken wegen der zu erwartenden Strafe. Wahrscheinlich hat dieses erste Haupt der Schöpfung doch nicht genügend seiner noch relativ ungenutzten grauen Zellen aktiviert, um zuvor zu überlegen, welche Folgen das Ganze für die Zukunft bringen könnte. Gottes Urteil war fürchterlich. Von da an war das Paradies für die Beiden verschlossen und Eva und Adam mussten sich für den Rest ihres Lebens auf der Erde plagen.
Und Gott bestimmte noch etwas, was die eine Hälfte seiner Schöpfung ihm in zunehmenden Maße im Laufe der Jahrtausende übel zu nehmen begann. Wir weiblichen Wesen wären Nur-Frauen und hätten dem Manne Gehorsam zu leisten und die Kinder bekommen. Derweil dürften uns die Herren der Schöpfung herum kommandieren oder gar malträtieren. Alle wichtigen Entscheidungen sollten sowieso denen vorbehalten bleiben und uns würde weder ein Mitsprache- noch ein Widerspruchsrecht zugestanden.
Lange Zeit blieb es dabei. Erst in der Antike änderte sich etwas. Ab dann hielten ausgerechnet wir Nur-Frauen im Hintergrund die Schicksalsfäden in den Händen undd dirigierten als Geliebte der Herrscher sogar das Weltgeschehen. Ab und zu bestiegen wir tatsächlich selber den Thron. Man gedenke Kleopatra, Königin von Ägypten(69-30 v.Chr.). Von `das Weib sei dem Manne untertan` hielt die so gar nichts. Kommandierte so und so herum und letztendlich auch den armen Caesar.
Später im Mittelalter gewannen wir als Burgfräuleins oder sogar Prinzessinnen an Einfluss, bekamen es fertig, die liebe Männerwelt in der Weise zu reizen, dass diese daraufhin ganz reizend war und infolge nach der weiblichen Pfeife tanzte. Die Herren der Schöpfung fielen nämlich auf die vielfältigen Manöver der Damenwelt nur zu gerne nur zu oft herein. So konnten wir, das schwache Geschlecht, auf nicht ganz schwache Weise sehr oft per deren Mithilfe unsere Ziele verfolgen und die eigenen Vorstellungen von der Welt Wirklichkeit werden lassen.
Als Frau an der Spitze sei Elizabeth I(1533-1603), Königin von England erwähnt. Die baute die anglikanische Kirche aus und bekämpfte mutig Katholiken und Puritaner. Doch zu ihrer Schande sei erwähnt, dass sie sich dazu hinreißen ließ, eine andere Frau, nämlich ihre Gegenspielerin Maria Stuart, umbringen zu lassen, nur, weil Maria eine übermächtige Gegenreformation nach Schottland gebracht hatte, die dabei war, auf England überzugreifen.
Und wir Frauen kämpften um die Gleichberechtigung, drängten uns immer mehr in den Vordergrund, nicht nur im Haus, sondern genauso im öffentlichen Leben. Das Mehr an Hirn, auf dass ja die Männerwelt mit Vehemenz bestand, war anscheinend ddoch nicht ausschlaggebend für Intelligenz, Leistungsfähigkeit und daraus resultierenden Erfolg. Wir haben zwar weniger im Oberstübchen, aber das, was wir da haben, wiegt demnach doppelt. Wieder mal beweist sich der Satz:
„Nicht die Quantität macht`s, sondern die Qualität zählt!“
Dem möchte ich unbedingt zustimmen.
Heute in der Gegenwart bleibt den Männern nichts anderes mehr übrig, als zähneknirschend oder auch wohlwollend zuzugeben, dass die Zeiten des schwachen Weibes endgültig vorbei sind. In allen Bereichen des öffentlichen Lebens lockern wir Frauen mit Charme das Arbeitsklima auf, bringen Frische und Strahlen in die muffigen Büros mit den noch muffigeren, da missmutig vor sich hin schuftenden Männern und beflügeln deren Geist. Die stürzen sich mit vermehrter Anstrengung in die Pflichten, um uns zu beweisen, dass sie aber zumindest noch mit uns mithalten können. Das Gegenteil würde gewaltig an ihrer Mannesehre kratzen. Denn wir sind ja, wie sie sich nur zu gerne immer wieder vorsagen, ja nur aus ihrer siebenten Rippe entstanden.
Inzwischen bekleiden wir Direktoren- und Ministerposten oder regieren sogar ein Königreich wie ElisabethII in England. Und ernten mittlerweile sogar Anerkennung und Bewunderung von Seiten der Krone der Schöpfung. Die hat nämlich endlich eingesehen, dass ihr dadurch kein Zacken verloren geht, im Gegenteil.
Einige der Herren der Schöpfung aber missbilligen das, beäugen uns misstrauisch, während wir elegant und leicht die Karriereleiter hoch hüpfen. Eine siebente Rippe ...Und dann so kess? Das Misstrauen wächst, schlägt um in Missgunst und sogar Wut. Denn:
Wir Nur-Frauen avancierten erst zur Frau, dann zur Sogar-Frau und standen und stehen nun überall unseren Mann. Klauen diesem vielerorts die Führungsposten. Nein, so nicht! Diese Supergeschöpfe Gottes sehen ihre Vormachtsstellung mehr und mehr ernstlich bedroht und knurren sauer vor sich hin.
Die Fronten verhärten sich. Sie, sie seien doch die Krone allen Seins. Vergeblich. Wir, die ehemaligen Nur-Frauen erweisen sich als taktisch äußerst klug, zudem ausgesprochen tüchtig und die Kidner bekommen wir noch obendrein!