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So nicht länger!!

Von tastifix Mittwoch 13.11.2024, 10:56 – geändert Donnerstag 21.11.2024, 06:43

Jedes Jahr wird Weihnachten gefeiert. Sehr bald ist es wieder soweit. Die Vorfreude darauf ist manchmal getrübt. Was nur schenkt man wem? Insbesondere denen, die eigentlich schon alles haben oder sich für die jeweilige Gabe gar nicht interessieren würden? Noch schwieriger wird es, jemandem eine Freude zu machen, der, wie man aus Erfahrung weiß, dann nie wirklich zufrieden ist. Klar kann man sich absprechen, aber dann wäre es ja keine Überraschung mehr. Und gänzlich auf Geschenke zu erzichten, stößt denn auf Widerstand.

Ja, all diese Überlegungen beschäftigten mich auch schon seit Jahren. Die Hobbys der engsten Familienmitglieder kenne ich selbstverständlich. Aber leider hatte unser Nachwuchs (große Verwandtschaft) ebenfalls schon fast alles oder ganz spezielle Vorstellungen dessen, was er darüber hinaus vielleicht noch haben wollte. Vorwiegend Technisches. Hörte ich den Insidergesprächen der Töchter zu, klang es für mich wie eine Sprache aus einer weit entfernten Galaxie. Kein Wunder, denn mein Verständnis für Technik … Und außerdem fehlte mir fast jegliches Interesse daran. Also wagte ich gar nicht erst, diese Dinge etwa in der City zu erstehen, sondern bediente mich nach genauester Anweisung des Internets als dem Rettungsanker für relativ Unkundige.
Das Fest rückte ständig näher. Ich sah dem mittlerweile mit gemischten Gefühlen entgegen. Besonders beim Gedanken an die zu erwartende Geschenkeflut vergangener Jahre sträubte sich alles in mir. Immer hatte ich haufgeatmet, wenn ich mich überhaupt noch in das Weihnachtszimmer hatte hineinquetschen können, ohne gar ein im riesigen Papierberg verborgenes winziges Päckchen zu beschädigen.

Vor ungefähr 20 Jahren reichte es mir dann endgüftig. Ich beschloss, jenem Wahnsinn ein Ende zu setzen:
"So nicht länger! Ist ja unmöglich!!“
Ich setzte mich durch, sprach alles mit den Kindern ab:
„Nur noch kleine Gaben!!"
Sie teilten meine Ansicht, meinten tsogar, ob wir dieses Schenken auf Kommando nicht ganz abschaffen sollen.
"Das hat mit Weihnachten nichts mehr zu tun!"
Ich freute mich. Wahrscheinlich hatten sie ja selber längst genauso darüber gedacht.

Na ja, so ganz ohne zu schenken wäre es mir denn doch eigenartig zumute gewesen und hätte es vermisst, ihnen zu Weihnachten etwas in die Hand zu drücken. Doch blieben wir nun konsequent bei unserem Vorsatz, nur noch Kleinigkeiten zu schenken. Mit Wonne würde ich unser großes Wohnzimmer neu erkunden, ohne Gefahr zu laufen, alle drei Schritte wegen des entsetzten Schreies eines Kindes `Omi, pass auf, Du trittst sonst mein Handy Nr.2 platt` erschrocken zusammen zu zucken. Der Gabenhügel unterm Baum wäre mit einem einzigen Blick zu übersehen. Das Auspacken würde auch nur noch eine Viertelstunde in Anspruch nehmen und wir hätten anschließend viel mehr Zeit, gemütlich beieinander zu sitzen. Keine Hektik mehr, dagegen weihnachtliche Ruhe.

Endlch wurde es Heiligabend. Gespannt schietle ich zum Baum. Hatten sie sich alle an unsere Vereinbarung gehalten? Oder stand uns dasselbe Chaos wie wie immer bevor? Ich traute den Augen nicht: Kein einziges Monsterpaket lag dort. Stattdessen hatten sich kleine und kleinste Päckchen um den Christbaum versammelt - und bis hin zur breiten Fensterfront. Es belagerte uns ´nur` ein Riesen-Minipakete-Berg.

Auch jenes Jahr gehört der fernen Vergangenheit an. Wir Erwachsenen schenken uns gar nichts, höchtstens den Kindern einen geringen Geldzuschuss für eine Reise und die Enkel freuen sich über die Erfüllung eines kleinen Lieblingswunsches. Und wir spielen stundenlang. Es ist endlich so, wie ich mir ein richtiges Weihnachtsfest vorstelle.

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