SUCHE NACH STILLE
Von
egalis
Donnerstag 05.03.2026, 12:16
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egalis
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Nicht einmal die Stille,
die angesagte Stille ist still,
hier in der Kloster-Imagination.
Was verbinde ich mit dem Fragment?
Eben dieses: Stille.
Innere Einkehr.
Besinnung auf Wesentliches,
Rückbesinnung auf und in frühere Zeiten,
selbst erlebt oder erlebt gewesen;
Alleinsein.
Alleinsein ist nicht machbar.
Da sind die Menschen, mit denen ich hier bin.
Da sind andere Gruppen und Einzelbesucher.
Letztere leiser im Gespräch,
andere zu laut
für diesen Ort und Zweck.
Innere Einkehr –
ein Hauch davon spürbar
im Raum der Stille,
im Klosterkeller.
Aber zu dicht alles um mich herum.
Dicke Wände,
wenig Licht,
Bunkergefühl –
ein Teil von Rückbesinnung –
keine gute.
Da will ich raus.
Raus auch aus dem Klostercafé,
diesem Haus, das das Laute beherbergt
und nicht die Stille.
Draußen –
wo ist hier Stille?
Gesprächsmurmeln –
mehr zu ahnen als klar zu hören.
Kein Vogelsang mehr.
Gelbe Blätter rascheln leise aus den Bäumen.
Herbstempfinden.
Der Wind ist nicht still.
Sein Wehen brist aus dem nahen Wald herüber,
zischelt um die Ohren.
Die Schaukel;
ein bisschen eng geworden der Sitz.
Leichtes Schwingen lässt Träume zu.
Wovon träumen?
Vom Alleinsein.
Von großer Stille.
Ich habe sie doch erlebt!
Damals auf dem Trollstein
am Inselende über dem Nordatlantik,
wo es auf dem Weg dorthin
so unbeschreiblich bunt blühte.
War da wirklich Stille? –
Gesumme und Gebrumme von Insekten,
Plätschern des Wasserlaufs
an der Straße entlang.
Wellen, die sich mit Getöse
unten am Felsen brachen –
heiseres Möwengeschrei –
Stille nur,
weil kein menschlicher Laut zu hören war?
Aber Ruhe zur inneren Einkehr...
Oder oben im Gebirge?
Nicht am Gipfelkreuz,
wo sich nicht leise
beglückwünscht wurde
zum Erreichten.
Nein, im etwas tiefer liegenden Tal,
unterhalb der Hütte.
Allein mit mir,
mit dem an dieser Stelle nicht tosenden Bach,
mit in der Sonne dösenden Rindern,
mit dem leisen Windhauch,
kaum wahrnehmbar.
Da war sie:
Die Stille, die gesuchte,
unter dem hohen, blauen Himmel.
Da war sie:
Die innere Einkehr,
das Besinnen auf das Sein.
So stelle ich mir meine Spurensuche vor,
die Suche nach Spuren in der Stille...
©Elke Bontjer-Dobertin/2011