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Sülze macht stark

Von optik Samstag 04.04.2026, 13:42

Der kleine Max verstand sich stets gut mit allen Kindern, die er im Kindergarten und später in der Schule kennenlernte. Äußerst selten gab es Streit oder wie es heute heißt: Zoff oder Clinch
Nur im Turnverein Jahn gab es einen Burschen, der sich sehr häufig als der Stärkste hervor tat. Es begann mit anfänglichen kleineren Rangeleien, die jedoch im Laufe der Zeit dann schon in arg schmerzhaften und gehässigen Belästigungen ausarteten.
Er stellte schwächeren Kindern ein Bein, hielt sie beim Laufen fest oder schubste sie einfach ganz grob um.
Sollten die Kinder in Riegen ordentlich hintereinander stehen, führte es jedes Mal in ziemlich groben ärgerlichen Situationen.
Kevin hieß der Knabe, und alles sich wehren wollen, half nichts, Kevin reagierte hinterhältig, schubste und buffte weiter. Max konnte ihn nicht leiden und versuchte nach Möglichkeit ihm einfach aus dem Wege zu gehen.
Nun kam Max in die Grundschule und schon gleich in den ersten Tagen beklagte er sich „Wir haben wieder einen Kevin! Ich glaube, die sind alle gleich. Der hat die gleichen Macken wie der andere!“ Kümmer dich nicht um ihn, rieten die Eltern „Nützt nichts,! Der ist so lästig wie ne Fliege! Rennt immer hinter mir her“, klagte Max. "Dann musst du dich wehren", sagte Papa.
"Ich gehe nicht mehr zur Schule", kam Max eines Tages und früher als erwartet mit einer blutenden Nase heim. Vor Wut warf er den Ranzen in die Ecke, schnaubte „der blöde Kevin. Der lässt mich nicht in Ruhe! Der ist viel stärker als ich und immer ärgert er mich.“
Mama hörte sich die Klagen an und vergaß darüber das Mittagessen. Der erste große Zorn war abgeklungen, Max beruhigte sich langsam, dafür meldete sich bei ihm das Hungergefühl! Noch immer missmutig schaute er auf den leeren Tisch, öffnete den Kühlschrank und fand er noch einen Rest Kartoffeln vom Vortag.
Das Unglück entpuppte sich zum Glück, denn bei Max Worten: "Wir müssen unbedingt was unternehmen", kramte Mama noch ein Glas der guten Schweinskopfsülze aus dem Schrank. Mutter und Sohn entwickelten eine kräftebündelnde Strategie und es bedeutete Rettung aus der misslichen Lage! Der neue Slogan hieß fortan. „Sülze macht stark“, denn: Mama erklärte in der Sülze stecke so viel Energie, so viel Kraft und das müsse Max ja unbedingt einmal ausprobieren.
Frohgelaunt kam Max an nächsten Tag aus der Schule heim. „Mama, du hast Recht gehabt Heute wollte mich der Kevin wieder ärgern, aber er kam nicht an mich ran. "Ich hab ihm gleich eine gewummsert! Ich glaube, jetzt hab ich Ruhe“. Seitdem gab es bei uns, wenn sich körperliche Schwierigkeit unter den Schulkameraden ankündigten das Kraft bringende Gericht. „Mama, du musst wieder Bratkartoffeln mit Sülze machen, ich muss mich wehren!“ Es wurde eines seiner Lieblingsgerichte. Max sorgte auch dafür, dass immer ein Glas Schweinskopfsülze in Reserve blieb Allerdings wirkte es nur mit der Sülze im Glas. „Von woanders schmeckt sie nicht so gut“, stellte er später aus Erfahrung fest, „aber von Sülze im Glas kriegt man Riesenkraft“.
Und selbst als sich die Oma einmal schlapp und kraftlos fühlte, riet ihr Enkel Max: „na Oma, mach dir mal eine Portion Bratkartoffeln mit Sülze. Dann geht es dir gleich besser

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