Und das auch noch...!!
Von
tastifix
Donnerstag 04.09.2025, 09:24 – geändert 07.09.2025, 08:21
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tastifix
Donnerstag 04.09.2025, 09:24 – geändert 07.09.2025, 08:21
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Falls Sie wie ich im heißesten Hochsommer Kinder geboren haben, können Sie bestimmt nachvollziehen, wie wahrlich erholsam die Erholung in den Tagen danach bei fast 30 Grad Hitze in einem Krankenzimmer direkt unterm Dach ist. Wir ersticken fast.
"Ist ja nicht mehr auszuhalten!", stöhnt Frau M.
"Eine Zumutung!", bekräftige ich. klettere aus dem Bett und reiße das Fenster weit auf.
"Gleich wirds hier kühler!", tröste ich uns.
Zu früh gefreut, denn draußen weht kein Lüftchen, kein einziges Blatt rührt sich.
Aufseufzend legen wir uns zum Mittagsschlaf hin. Die Ruhe währt nur fünf Minuten, dann wird es ausgesprochen unruhig. Ich bemerke nämlich etwas, was mir gar nicht gefällt und Frau M. genauso wenig.
"Haben Sie es auch gehört?", frage ich sie verunsichert.
Ja, wir haben es beide vernommen und sind binnen einer Sekunde überhaupt nicht mehr tr müde, sondern so aufmerksam wie noch nie in den letzten Tagen.
"Vielleicht kommt das ja von draußen?", schlage ich hoffend vor.
Diese Hoffnung ist leider fehl am Platze. Es kommt mitnichten von dort, sondern die Ursache für jenes Geräusch befindet sich eindeutig in unserem Zimmer.
"Eigeenartig!"
Angestrengt lauschen wir. Plötzlich herrscht Stille. was uns nicht etwa beruhigt, sondern eher noch mehr alarmiert. Irgendetwas ist da, aber was und wo?
"Mir wird es zu bunt! Ich guck` nach!"
Entschlossen krabbele ich zum zweiten Male aus dem Bett und durchforste den ganzen Raum. ganze Sogar unter den beiden Betten suche ich. Nichts! Sicherlich sehe ich zum Schreien komisch aus, so im Nachthemd und auf allen Vieren herum kriechend. Es ist mir zwar nicht egal, doch die Ungewissheit treibt mich weiter.
"Hoffentlich erscheint jetzt keine Schwester und sogar der Chefarzt!"
Wir stellen es uns bildlich vor: Vor dessen Augen eine aufgelöste Patientin im Nachtpolter halb unterm Bett ...
Wir prusten los. Doch dann lachen wir plötzlich nicht mehr.
Ich höre ein entsetzes Quieken aus dem Nebenbett und zucke deshalb ebenso entsetzt zusammen.
"Was iist ... ?", schicke ich eine Etage höher und schiele vorsichtshalber hin.
Mit vor Panik weit aufgerissenen Augen hockt Frau M. dort kerzengerade im Bett, umklammert mit der einen Hand die Decke , mit der anderen deutet sie zitterndauf den Schrank.
"Dahaah!!", haucht sie.
Ihrer Mimik nach zu urteilen, fällt dort etwas Schreckliches vor und sie, unternehme ich nicht sofort etwas zu ihrer, nein, zu unserer Rettung, gleich in Ohnmacht.
Die nur halb angelehnte Schranktür gibt ihr Geheimnis preis. Prompt werde ich noch munterer, so munter, wie ich es mir unter den bestehenden Rekonvaleszenz-Umständen niemals zu erträumen gewagt hätte. Nun quiekt es nicht länger allein aus dem Nebenbett, sondern ich beteilige mich daran nach besten Kräften.
"Hab` gar nicht gewusst, dass ich das so toll kann!", denke ich noch und dann nicht mehr allzuviel.
Die Furcht hat uns voll im Griff. Wir sind keiner vernünftigen Überlegung fähig. Um die Wette kreischen wir das Krankenhaus zusammen:
"H... Hiillfe!!"
Die gesamte Station gerät in aufruhr. Fast gleichzeitig stürzen drei Schwestern ins Zimmer und bleiben bei unserem Anblick wie angewurzelt stehen. Aus Höflichkeit bemühen sie sich um Fassung, was aber zum Scheitern verurteilt ist.
Ihnen bietet sich ein Bild für die Götter: Die eine Patientin hockt angstschlotternd auf dem Boden vor ihrem Bett, die andere ebenso furchtzitternd mit einem Gesicht, als ob ihr soeben der Leibhaftige selber begegnet wäre, im Schneidersitz auf dem ihrigen.
"Haben Sie sich verletzt?", folgt die besorgte, unter mühsam unterdrücktem Lachen vorgebrachte Frage. Schließlich zählen wir offiziell zu den Kranken, obwohl wir das nun wirklich nicht sind, wie wir es ja just in diesen Moment mit unserer mehr als bewundernswerten Lebhaftigkeit mehr als eindrücklich beweisen.
"Neeiin!", hauchen wir mit letzter Kraft wie aus einem Mund. "Aber dahaah ...!"
Wir seelischen Zwillinge strecken gleichzeitig den anklagenden Zeigefinger gen Schrankwand und versuchen verzweifelt, den dunklen Flecken, der sich dort abzeichnet, zu hypnotiseren, damit er ja dort bleibt, war er ist.
"Ach, wenn`s weiter nichts ist ... Ist ja bloß eine kleine Motte!!", lacht eine der Schwestern, fängt den großen braunen Uhu mit bloßen Händen und befördert ihn mitleidig nach draußen.