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Wow!!

Von tastifix Freitag 14.11.2025, 22:59 – geändert Samstag 15.11.2025, 06:06

Das Schicksal begünstigt mich. Ich habe keine Ahnung, wieso es ausgerechnet mich dafür ausgewählt hat und dies sogar mehrmals in Folge.
Ich grübele, mache mir zunächts nur flüchtige, danach aber, weil ich nicht auf des Rätsels Lösung komme, befrage ich die Tiefenpsychologie. Die ja die ganze Kindheit zu durchforsten pflegt, um den Grund für Irgendetwas zu suchen. Findet sie den nicht, dann erfindet sie einen.

Also begebe ich mich auf die Suche nach der Begründung, weshalb ich stets auf der Sonnenseite des Lebens stehe. Die zeigt sich nämlich dermaßen gleißend, dass ich es kaum mehr länger klaren Verstandes aushalte. Meine noch unumnebelter Restvernunft warnt mich, dass ein solches Glück am laufenden Band erstens äußerst unwahrscheinlich sei und, sollte es sich denn doch als wahr erweisen, es letztendlich trotzdem für mich noch Negatives bringen könne.

Wegen der ersten Glücksbenachrichtigung schwebe ich fast fünf Minuten im Freudentaumel, tanze so lange happy herum, bis mich ein winziger, kaum erkennbarer Hinweis ausgesprochen grob aus der Euphorie heraus- und auf den Boden der Tatsachen zurück befördert.
Beim zweiten Male, das sich klar zu dem Zeitpunkt ergibt, als mein Gedächtnis das Gedenken an den damalig erlittenden Schock schon halb gelöscht hat, hält die Euphorie noch nur unbedeutend kürzer an. Leider wird die Erinnerung an das zuvorige Erlebnis aus der hintersten Gedächtnisschublade hervor gelotst. Die Vernunft verbietet eine neuerliche Flucht vor den Fakten. Schade!

Es vergehen Monate. Das Glück scheint mich vergessen zu haben, mein Gedächtnis das Glück auch. Die einstige überschwängliche Freude ist vergessen, immerhin für einige wenige Minuten ein echtes Glückskind gewesen zu sein. Der Alltag nimmt seinen gewohnten Lauf. Nichts Besonderes geschieht.

Doch nach einem Dreivierteljahr erinnert sich das Glück meiner, des bislang verhinderten Glückspilzes, bekommt anscheinend wegen seines langen Schweigens ein furchtbar schlechtes Gewissen und flattert mir eines Morgens, erneut gänzlich unerwartet, in einem roten Briefumschlag ins Haus. Rot ist ja die Farbe der Liebe! Die wieder aufgekeimte Liebe des Glücks zu mir armen Menschenkind präsentiert sich nun sogar extrem dunkelrot. Mit zitternden Fingern halte ich jenes schicksalhafte Papier in den Händen, welches mir mitteilt:

Herzlichen Glückwunsch!
Hiermit benachrichtigen wir Sie, dass Sie auf Grund dessen, dass Sie sich vor ungefähr zwanzig Monaten an unserem Preisausschreiben beteiligt haben, als Hauptgewinnerin unserer Ziehung sage und schreibe 50.000 Euro gewonnen haben. Damit wir Ihnen den Scheck auch zustellen können, bitten wir Sie höflichst, uns zuvor 50 Euro zu überweisen.

Nochmals unseren aller herzlichsten Glückwunsch!!
Ihre Peng-Gesellschaft

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