60.Todestag von Hermann Hesse
Von
sumi
Donnerstag 10.03.2022, 10:28
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sumi
Donnerstag 10.03.2022, 10:28
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Gefunden: www.minibuch.homepage.t-online.de
Aktueller denn je, "Der Steppenwolf" - es lohnt sich ihn wieder mal zu lesen.
Sumi.
Übrigens denkt ihr noch an unser Angebot Lesungen der Geschichten aus "Das Läuten derGlocken" von Joana Angelides hier online zu veranstalten?
Was habt ihr für eine Meinung dazu?
Viele liebe Grüße von Sumi
Hermann Hesse
Kolumne zu Hesse ist mehr als fällig. Nicht weil ich Literaturinfluenzer bin, sondern weil ich den Autoren des Steppenwolfs als ein Vorbild im Denken verehre. Steppenwolf? Na, da war doch was sagen die heute Siebzigjährigen. Hieß nicht eine unserer Beatgruppen so, und kennst du´ nich „Born To Be Wild“? Oder den Film mit Peter Fonda „Easyrider“? Geht alles auf Hesses Roman zurück.
Gut, Hesse Dichter, Maler, Nobelpreisträger, Jugendidol der Hippies…
Was noch, reicht eigentlich. Fontane war tot, Karl May lebte noch, die Mann-Brüder begannen ihren Erfolgsweg, Buddenbrooks, Der Untertan. 1914 erster Weltkrieg… Da geht ein neuer Stern auf, Hermann Hesse. Er, der deutsch schreibt ist geborener Russe, der Reihenfolge nach dann Deutscher, dann Schweizer-Bürger.
Apropos Russe, dafür kann er nix. Vater Hesse ist Deutsch-Balte und Riga gehört zum Zarenreich. Großgeworden ist er in der Heimat Schillers. Baden-Württemberg.
Warum fallen mir nun gerade Schillers Worte zur gegenwärtigen Situation ein? Frömmelei war Hesse verpönt, genauso wie Nationalismus. Schillerworte haben noch nie Kriegstreiber gehindert, weder Napoleon abgehalten Krieg gen Moskau zu tragen noch einen gewissen Adolf Hitler und heute auch keinen Herrn Putin nicht. Obgleich letzterer der deutschen Zunge mächtig ist und er Schiller wie Hesse kennen muss. Es kann der Frömmste…
Oder liegt die Sachlage doch eher tiefer- frank und frei Demokratie contra Despo-kratie? Wo sind hier die Grenzen? Vor noch kaum einem Jahr machte sich die Welt über einen gewählten US-Präsidenten namens TRUMP lustig, manche fürchteten ihn. Wohnhaft Washington. Heut ist es ein anderer präsidial gewählter Mensch, Putin heißt der, wohnhaft Moskau. Beides Kapitalisten vom System her: Kapitalismus hier - Kapitalismus da, Nuancen hier wie da, Geschäfte untereinander. Und Schillers gültige Worte:
Es kann der Frömmste nicht im Frieden bleiben,
Wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.
Das ist Schiller im Tell., also Tell spricht so. Bloß wer ist Nachbar? Wer der Böse? Wer zündelt, bespuckt den anderen, missachtet Grenzen? Es ist immer der Mensch in seinem Wahn. Steht irgendwo, auch bei Schiller. In seinem letzten Stück, dem Demetrius heißt es: „Der Staat muss Untergehen, früh oder spät
Wo Mehrheit siegt und Unverstand entscheidet.
Man muss dem Kapital-Mächtigen (be)folgen, der den Einzelnen (be)zahlt…Verstand sei stets bei wenigen gewesen, bekümmert sich ums Ganze, wer nichts hat? 1933 wird Hermann Hesse noch drastischer dichten: Das Kapital half Hitler in den Sattel! Entschuldigung, sag ich G., mit Mehrheitsbeschluss… Er schrieb ein Gedicht mit dem Titel ABSAGE
Lieber von den Faschisten erschlagen werden
Als selbst Faschist sein!
Lieber von den Kommunisten erschlagen werden
Als selbst Kommunist sein…
Wir wissen, wie das berauscht, wenn man Trommel und Pauke rührt.
Hesse war bekanntlich Pazifist.
Vor 60 Jahren ist er gestorben. Er war ein Mensch, dem Humanismus verpflichtet. Er träumte den Traum einer gereinigten Atmosphäre, das schließt heute Klimawandel ein und Kriege so wie so. Pauken und Trompeten und Trommeln hier wie da. Kapitalismus ist überall. Auch wie zu Hesses-zeiten, 1914 und 1939 eingedenk. Hermann ist 60 Jahre Tod. Schade. Er war ein guter Nachdenker. Seine Fundamentalkritik an der MODERNE fehlt aller Orten.
Graubart