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Die Sklavin Machbuba und Fürst Pücklers Ehefrau

Von Feierabend-Mitglied Dienstag 15.02.2022, 14:48 – geändert Dienstag 15.02.2022, 18:48

Zur Zeit lese ich gerade die 'Briefe eines Verstorbenen' von Fürst Pückler-Muskau. Besser bekannt ist er durch das nach ihm benannte Fürst-Pückler-Eis.

Als ihm das Geld für Schloss und Parks so langsam ausging, liessen er und seine Ehefrau sich zum Schein scheiden und er ging auf grosse Reise durch Europa, um sich eine neue reichere Frau zu angeln. Da sich seine Absichten schnell herumgesprochen hatten, blieb die Suche aber erfolglos und wurde sogar in der englischen Presse mit Spott kommentiert.

Zurück kam er mit einer 12-jährigen Sklavin, die er sich in Kairo gekauft hatte.

Seine Frau blieb ihm dennoch bis zu ihrem Tod innigst verbunden.

Beide Ehepartner verband ein scharfer Verstand, Humor und gemeinsame Interessen wie Schloss, Parkanlagen etc.

Dennoch fragte ich mich manchmal bei der Lektüre, ob das bei manchen Frauen noch Gutmütigkeit, Berechnung oder schon Dusseligkeit ist? Oder entschuldigt Geld alles?

In einem Brief an seine Gemahlin bezeichnete Pückler die Sklavin Machbuba als 'Maitresse'. Sie starb bereits mit 15 Jahren. Auf ihrem Grab liegt immer noch ein gebrochenes Herz.

Die 'Briefe eines Verstorbenen' wurden übrigens selbst von Goethe sehr gelobt. Darin schilderte Pückler seine Erlebnisse und Eindrücke auf den Reisen durch Europa. Der chilenische Schriftsteller Roberto Bolaño stellte in seinem Roman '2666' den Autor Pückler gleichrangig neben Grass und Böll.

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