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Erinnerungen aus dem Widerstand 1938-1945

Von Feierabend-Mitglied Mittwoch 17.06.2026, 22:56

Die Autorin, Margarete Schütte-Lihotzky, war mir kein Begriff. Ich nahm mir das Buch nur vor, weil die Nazi-Zeit einer meiner Lese-Schwerpunkte ist, auf den ich immer wieder zurückkomme.
Aber ich erlebte eine Überraschung! Schon ehe es an das Thema des Widerstandes ging, zeigte sich, daß diese Frau in vieler Hinsicht wirklich jemand Besonderes ist:
1897 geboren, war sie die erste Frau, die in Österrreich überhaupt Architektur studierte, und - entgegen alle Erwartungen - sich in der damaligen reinen Männerdomäne nicht nur behauptete, sondern sogar Preise gewann! Sie ist eine Protagonistin im Wohnungsbau, der wahrhaftig die sozialen Bedürfnisse der Menschen erforscht und sie in den Vordergrund stellt. Sie entwickelte u.a. aufgrund der Tatsache, daß nach dem 1. Weltkrieg viele Frauen alleinstehend und berufstätig waren, die sog. Frankfurter Küche. So etwas gab es damals noch nicht!
Sie lebte u.a. im Ausland, das würde hier zu weit führen, jedenfalls unterstützte sie dann in Wien den Widerstand gegen das Naziregime, wurde 1941 verhaftet und berichtet von den verschiedenen Phasen dieser Zeit. Sie erhielt kein Todesurteil. Erschüttert hat mich besonders die Erwähnung von bis zu 70 Köpfungen am Tag .....
Diese unglaubliche Frau hat mehrere Bücher herausgebracht, u.a. ein Lehrbuch über "Soziale Architektur". Sie wurde 103 Jahre alt!

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