Karin Slaughter "Tote Augen"
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Feierabend-Mitglied
Samstag 13.06.2026, 01:17 – geändert Samstag 13.06.2026, 19:26
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Jetzt habe ich mich doch mal wieder an einen richtigen "Thriller" gewagt. Über Mangel an Spannung hatte ich mich nicht zu beklagten! Auf 570 Seiten gab es davon wirklich genug. Es war wie gewohnt sehr schlafraubend in dem Sinne, daß ich keine Zeit hatte zu schlafen ...!!
Was erstaunlich sein dürfte für alle diejenigen, die dieses Genre gering schätzen: Der Roman enthielt viele intensive psychologische Einsichten, sehr genaue Beobachtung menschlichen Verhaltens und dessen Fehlentwicklungen.
Gute Krimiautoren nehmen sich übrigens gewöhnlich immer noch ein oder zwei konkrete gesellschaftliche Probleme vor, und das tut die Slaughter auch. In diesem Fall beleuchtet sie eine spezielle Szene, in der Anorexie geradezu von einer Ideologie unterfüttert wird und im wassendicht abgeschotteten Chat, in den selbst das FBI nicht hineinkommt, unterstützen sich makabrerweise die Teilnehmerinnen gegenseitig beim Hungern. Ich fürchte, das gibt es in der Wirklichkeit, die Autorin hat sich das keineswegs ausgedacht.
Was noch erstaunlicher erscheint, ist, daß die auf ihrem Foto jung und hübsch aussehende, 1971 geborene, Autorin derartige Romane im Laufe der Jahre offenbar in mehreren Serien veröffentlicht hat, und zwar regelrecht sagamäßig! Man verfolgt also den Lebensweg der Protagonisten über die Jahre.