"Wenn Hitler tot ist, tanzen wir"
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Feierabend-Mitglied
Dienstag 23.06.2026, 17:26
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Der Autor, Heinrich Thies, stammt selbst aus dem Heidekreis und ist dort auf die folgende Geschichte gestoßen. Protagonistin ist ein zur Nazi-Zeit überzeugtes BDM-Mädchen ("Jungscharführerin"). In ihrem Dorf achtete man nicht so sehr auf die strikte Trennung von Einheimischen und Fremdarbeitern. Als bei abendlichem Tanz auf der Tenne ein Pole sie zum Tanzen aufforderte, dachte sie sich nichts dabei, das Angebot mit dem Satz im Buchtitel abzulehnen. Wie erst viel später klar wurde, zeigte eine Bauersfrau sie bei der SS an. Sie fand, die junge Frau solle keinem Fremden Avancen machen und lieber ihren Sohn, der bei der Wehrmacht war, heiraten, und war dann sehr erschrocken, daß die SS gleich zur Abholung kam. Die SS fand diesen Satz nämlich überhaupt nicht lustig, sondern "wehrkraftzersetzend", überdies war "Geschlechtsverkehr mit dem Feind" bei Todesstrafe sowieso verboten.
Die junge Frau hatte also noch Glück, "nur" im KZ Ravensbrück zu landen.
Der Teil des Buches, der sich auf die Zeit nach Kriegsende bezieht, spiegelt das Durcheinander-Geschütteltwerden der Menschen durch das Insgesamt der Ereignisse wider.