Aber das durfte er doch nicht ...
Von
tastifix
Freitag 28.01.2022, 15:06 – geändert Freitag 28.01.2022, 15:15
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tastifix
Freitag 28.01.2022, 15:06 – geändert Freitag 28.01.2022, 15:15
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Knödelchen, mein Eurasier, war erst so um die drei Monate alt, als das sich zutrug, was ich Euch jetzt schildern möchte.
Um es besser zu verstehen, muss man wissen, dass Baby bereits im zarten Alter einen Sturkopf bewies, sehr fleissig übte und den später als erwachsener Hund bestens durchzusetzen wusste. Dafür war nicht viel Anstrengung erforderlich, denn er hatte mich als Frauchen erwischt. Ich behandelte dieses Möchtemalgern- Kaiserchen von China mit Samthandschuhen. Etwas Besseres konnte ihm gar nicht widerfahren und obendrein war er extrem selbstbewusst. Heißa!
Der süße Fratz war auf irre charmante Weise unverschämt!
Also: Es war während der Kindergartenzeit meiner Zwillinge. Die beiden Älteren waren noch in der Schule und Knödelchen etwa gar allein daheim zu lassen kam für mich nicht infrage.
"Komm. Die Zwei freuen sich, wenn Du auch da bist!"
Meinte Baby anscheinend auch und lief fröhlich mit.
Als wir aber dort ankamen, war klar, dass er draußen warten musste. Ich schlang also die Leine um einen Pfosten, ermahnte meinen Kleinen noch, ganz lieb zu sein und marschierte ins Haus. Knödelchen war auch brav, bellte auch nicht hinter mir her, sondern setzte sich hin. Ich dagegen war nervös ... Der Kleine draußen und wer weiß, ob nicht ... In unserem Stadtteil waren schon mehrere Hunde gestohlen worden. Ich versuchte, jenen Gedanken schnell abzustellen.
Dabei half mir beträchtlich das Zusammentreffen mit der Kindergartenleiterin, mit der ich mich sehr gut verstand. Wir redeten und redeten, noch immer erschienen die Zwillinge nicht. Ich war wohl sehr zeitig eingetroffen. Von der Tür her war auch kein trauriges Jaulen zu hören.
´Toll!`, dachte ich stolz.
Weshalb dem aber so war, zeigte sich dann kurz darauf. Plötzlich lachte Frau K. laut:
"Schauen Sie mal, wer da kommt!"
Ich schaute und bekam prompt ein schlechtes Gewissen.
"Entschuldigung!! Ich ... ", stotterte ich noch verlegen.
"Ach, macht doch nichts!"
Tja, jetzt wusste ich, weshalb es vor dem Eingang so still geblieben war. Knödelchen hatte sich bestens beschäftigt und solange mit den Milchzähnen die Leine bearbeitet, bis sie riss. Vielleicht hatte er sich gesagt;
´Nix da, waulewau! Frauchen, ich gehöre an Deine Seite. Ich lass mich doch nicht abstellen wie ein Fahrrad!`
Der Anblick war ja so drollig: Hundebaby trabste mit stolz hoch erhobenem Kopf und in der Babyschnauze den Rest der Leine tragend fix zu mir. Ich sah ihm förmlich an, wie es seinen Triumph genoss. Frau K. war anscheinend von diesem Liebesbeweis so gerührt, dass sie ihn auf den Arm nahm und streichelte.
"Meine Güte, wie süß!"
Mir erging es nicht anders und ich schluckte mehrmals, weil ich mich so freute.
Dann endlich stürmten die Zwillinge auf uns zu. Ich, ihre Mama, war wohl nicht wichtig:
"Knödelchen, Knödelchen, ach, wie schön, dass Du uns abholst!!"
Dann erst zu mir:
"Mama, der ist ja sooo niedlich!"
Und Frau K. setzte noch hinzu:
"Also wirklich. Frau S. Er darf gerne jederzeit wiederkommen!"
Knödelchen wird sehr zufrieden gewesen sein:
"Schon wieder ein Menschenherz geklaut!"