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Achnee! Das wusste ich auch noch nicht ...

Von tastifix 23.10.2022, 15:42

Ich jubele, denn ich habe das optimale Hundebuch für mich gefunden. Auf den ersten Seiten wird mir die grundsätzliche Aufklärung darüber zuteil, was eigentlich ein Hund ist. Ich staune Bauklötze:
"Zu dem gehört ja noch viel mehr als nur ein "Wuff!"
Nachdem ich diese Erkenntnis denn verdaut habe, überfliege ich pflichtgemäß die Kapitel über Hundeernährung, -krankheiten und auch Sozialverhalten dieser liebenswerten Mitgeschöpfe.

Danach wird es spannend. Über 400 Rassen stellen sich vor: Aussehen, Größe, Gewicht, Charaktereigenschaften und Aufgabengebiete. Für jeden Geschmack ist das Richtige dabei, wobei mir manche Züchtungen allein vom Foto her schon in der Seele leid tun. Einige erinnern mich mit ihren massigen Köpfen an Riesennussknacker. Oder ich grübele:
´Wo ist da bloß vorne?`
Andere ähneln Vögeln in der Mauser und ein paar besonders bedauernswerte Geschöpfe laufen tatsächlich als lebendige Sonnencremereklame herum. Letztere besitzen nämlich fast gar kein Fell. Nur etwa zwei bis fünf Haare auf dem Kopf sind ihnen noch zugestanden worden. Ich schüttele den Kopf.

Gespannt, was mich noch alles erwarten wird, studiere ich die Rassebeschreibungen genauer, verschlinge Seite für Seite jenes erstaunlichen Werkes und vermag mich nicht mehr zu trennen von´Treu, lustig, gutmütig, gehorsam, verschmust`.
Diese Auskünfte könnten mich glatt dazu verführen, die Tiere allesamt unter den Arm zu klemmen und laut ´Meiner!` zu rufen.
Doch dann stutze ich:
„Was meinen die? Jener Hund ist redlich, ehrlich usw. … ??"
Vage Zweifel beschleichen mich, ob ich vielleicht die Weisheiten dieses Buches besser generell anzweifeln sollte. Ich beschließe, den Einzelbeschreibungen eine noch extremere Aufmerksamkeit als bislang schon zu schenken.
´Spinnen die oder etwa ich unkundiges Wesen?`
Ich suggeriere mir, dass ich, egal, was mir dort aus den Zeilen noch entgegen springen wird, auf jeden Fall die Ruhe bewahre. Denn mir droht ja keinerlei Gefahr von dieser Lektüre. Falls es mir zu bunt werden sollte, würde ich sie einfach ...


Es wurde mehr als grotesk und genau deshalb möchte ich es Euch nicht vorenthalten.

1. Pyrenäen-Schäferhund:
Er kommt tagelang ohne Hundefutter aus und ernährt sich während dieser Zeit von Gras.
Also, meine Freunde: Dieses Exemplar eignet sich hervorragend als Rasenmäher - falls die Anschaffung eines Schafes zu kostspielig sein sollte. Es bleibt jetzt nur noch zu klären, ob er normales Wiesengrün oder doch eher den teuren Edelrasen bevorzugt?

Hamiltonstövare:
Er ist leicht aggressiv, eignet sich daher gut als Familienhund und ist unwahrscheinlich kinderlieb.
Im ersten Moment erscheint mir dies als widersinnig, doch dann verstehe ich: Das bedeutet, dass er die lieben Kleinen dann garantiert zum Fressen gern hat. Sollte Euch vielleicht Euer Nachwuchs zu lange zu sehr auf den Wecker gegangen sein … , (*schääm

Wie Ihr es bestimmt nachvollziehen könnt, wird mir dieses Buch so allmählich ein wenig unheimlich. - Oder interpretiere ich alles nur falsch? Nervös das Rassenverzeichnis durchblätternd, fahnde ich nach einer Antwort auf diese für mich so wesentliche Frage und finde sie denn drei Seiten später:

Harlekin-Pinscher:
Er ist treu, kinderlieb, lustig, gutmütig, verschmust, lebhaft, redlich, ehrlich, gehorsam usw. ...
UN
Er bleibt am liebsten daheim!!

Mir fällt ein wahrer Felsbrocken vom Herzen. Nicht ich, sondern den Verfassern dieses höchst erstaunlichen Sermons ist dringend ein Besuch beim Psychiater anzuraten. Leicht aggressive Hunde als ausgesprochen gute Familienhunde anzupreisen, ist ja schon irre. Aber einem Hund zu unterstellen, dass er am liebsten die Welt nur vom Sofa aus genießen möchte und sämtliche Mäuse, Katzen, Hasen und Fasane ausschließlich als Ruhestörer dabei ansieht, lässt allen normal gebliebenen Hunden beinahe die Beißerchen raus fallen!

Übrigens behalte ich den Namen dieses überragenden literarischen Werkes für mich. Ihr müsst wissen, dass ich sehr eifersüchtig bin und ein solches Unikat mit niemandem teilen werde.
Zum Schluss bitte ich Euch inständig darum, mir deswegen nicht gram zu sein:
BITTE!!

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