Sie waren ja sooo lieb zu mir ...
Von
tastifix
Donnerstag 29.04.2021, 13:27 – geändert Donnerstag 29.04.2021, 16:17
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tastifix
Donnerstag 29.04.2021, 13:27 – geändert Donnerstag 29.04.2021, 16:17
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Na ja, Frauchen war ja recht sanft. Deswegen hatte ich auch den Mut hierzu …
Oft kamen so andere Zweibeiner, die ab und zu auch Menschenwelpen mitbrachten.
„Die sind bestimmt genauso alt wie meine Ersatzschwestern!“, dachte ich.
Immer also, wenn mich solche Zweibeiner besuchten (klar, dass die nur wegen mir kamen!!), duftete es aus dem großen Sitzzimmer so toll. Fix schaute ich nach, warum wohl. Auf dem großen Futterhocker(=Tisch) standen mehrere größere und kleinere Näpfe. Eigenartig: Wenn jemand die hoch hob, dann klapperte es laut.
„Macht meiner nie! Aber ich lass den ja auch brav stehen!“
Ein wenig beleidigt war ich ja doch, denn mir wurde noch nicht mal ´nen Leckerchen spendiert, während Frauchen, der Papa und die Anderen sich stundenlang Menschenkauknochen(=Kuchen und Kaffee) schmecken ließen.
Ärgerlich rollte ich mich auf meiner Decke zusammen.
„Soo nicht!!“
Endlich, endlich dann verschwanden die fremden Zweibeiner wieder und ich hatte mein Revier wieder fast alleine für mich. Na, so ganz für mich alleine hätte ich es nicht haben wollen, denn dann wären ja auch Frauchen und der Rest meines Menschenrudels weg gewesen und das hätte mir so gar nicht gefallen. Jedenfalls war es richtig schön still im Haus und Frauchen und der Papa waren nicht zu sehen.
„Frauchen ist bestimmt oben und bringt die Menschenkinderkörbe in Ordnung und der Papa verhaut bestimmt das große schwarze Ding im Keller. Eigenartig: Es schien sich darüber sogar zu freuen und antwortete mit mal lautem, mal leiseren Quietschen. Wie ich später dann erfuhr, hieß das Ding Klavier und das Quietschen war kein Quietschen,sondern eine Melodie.
Ich sah nochmals zum Tisch.
´Da steht ja noch was drauf. Muss doch mal nachgucken ...`
Wenn ich was geplant hatte, dann machte ich es auch und zwar meist sofort. Frauchen war so nett gewesen und hatte die Sitzhocker(=Sessel) direkt vor dem Tisch stehen gelassen.
„Die wegzuschieben, war bestimmt zu anstrengend!`
Kess hopste ich auf einen jener Hocker.
„Sie haben etwas für mich übrig gelassen! - Mal nen ganz anderen Kauknochen sogar!`
Ich freute mich ganz doll und wollte ihnen auch die Freude machen und jene Leckerchen nicht liegen lassen. Der Sitzhocher half mir dabei. Ich machte noch einen kleinen Hopser, stand dann oben drauf zwischen all den Klappernnäpfen und -Näpfchen und genoss mit Wonne die kleinen Wir-haben-Dich-schon-ganz-furchtbar-lieb-Geschenke.
´Leeeecker!!`, lobte ich still für mich.
Aber anscheinend war mir doch ein ´Wuwuuh!` raus gerutscht. Zu blöd! Auf einmal wurde es ganz plötzlich laut und dann immer lauter. Ein bisschen erschrak ich ja doch, aber nur ein ganz kleines bisschen, aber irgendwie fand ich es auch wieder toll.
„Neeeiiin! Gehst Du da wohl runter!!!“
Klang nach dem Papa. Beachtung zu bekommen und gleich soviel von der, fand ich toll. Gut erzogen guckte ich ihn fröhlich an, legte den Kopf schief und wackelte mit meiner Babyrute, blieb aber dort, wo ich war.
´Hab wohl ne tolle Idee gehabt! Merk ich mir für später mal!`
Inzwischen hörte sich des Papas Gebrüll nicht mehr so unbedingt nach Lob an. Beinahe hätte ich gehorcht und wäre vom Tisch gesprungen, aber … Von der Tür her hörte ich fröhliches Lachen. Tja, da standen Frauchen und meine vier Ersatzschwestern und kicherten.
„Mama, die Büchsenmilch und die Kuchenreste sind jedenfalls futsch!!“
„Mama, der ist ja sooo süüüß! Ach, lieber Knödel!“
Der Papa dagegen brüllte immer mehr.
`Nee, das ist doch kein Lob!`, sagte ich mir, sprang fix runter und versteckte mich hinter dem ganz breiten Sitzhocker (=Sofa).
`Hier passt der nicht hin!`, sagte ich mir und beschloss ein Beruhigungsnickerchen.
Ja, stimmte und, bevor ich dann die Augen schloss, beobachtete ich, wie der Papa weitaus weniger ruhig als ich, die Treppe in den Keller runter stürmte. Bestimmt, um wieder das Klavierdings zu ärgern.
Ich bekam übrigens keine weitere Schimpfe mehr. Dagegen waren Frauchen und meine Ersatzschwerstern den ganzen Tag lang besonders gut gelaunt. Und meine Liebhab-Schwester putzte sogar ohne zu meckern den großen Futterhocker wieder sauber.