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Fancy

Von KrisNorden Dienstag 01.09.2026, 21:39

Fancy (Live At The Ryman Auditorium, 2020)


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Nun, wenn ich zurückblicke, erinnere ich mich noch sehr genau daran
Es war der Sommer, in dem ich achtzehn wurde.
Wir wohnten in einer heruntergekommenen "Ein-Zimmer-Hütte" am Rande von New Orleans.
Wir hatten kein Geld für Essen oder Miete.
Um es gelinde auszudrücken: Wir waren in arger Not.
Dann gab Mama unseren allerletzten Pfennig aus, um mir ein Tanzkleid zu kaufen.

Mama wusch, kämmte und lockte mein Haar.
Dann schminkte sie meine Augen und Lippen.
Dann schlüpfte ich in ein Tanzkleid aus Satin,
Das an der Seite einen Schlitz bis hoch zur Hüfte hatte.
Es war mit rotem Samt besetzt und saß wie angegossen.
Als ich einen Schritt vom Spiegel zurücktrat,
Stand dort eine Frau, wo zuvor noch ein halbwüchsiges Kind gestanden hatte.

Sie sagte: „Hier ist deine einzige Chance, Fancy, enttäusch mich nicht“
Sie sagte: „Hier ist deine einzige Chance, Fancy, enttäusch mich nicht“

Mama tupfte ein wenig Parfüm auf meinen Hals,
Dann küsste sie meine Wange,
Und dann sah ich, wie Tränen in ihren sorgenvollen Augen aufstiegen während sie zu sprechen begann

Sie blickte auf unsere ärmliche Hütte,
Dann sah sie mich an und holte mühsam Luft,
Sie sagte: „Dein Vater ist abgehauen, und ich bin todkrank,
Und das Baby wird verhungern“.
Sie reichte mir ein herzförmiges Medaillon, auf dem stand:
„Bleib dir selbst treu“.
Ich schauderte, als ich sah, wie eine Kakerlake über die Spitze meines High-Heel-Schuhs kroch.
Es klang, als spräche jemand anderes
Als ich Mama fragte: „Was soll ich tun?“
Sie sagte: „Sei einfach nett zu den Herren, Fancy,
Dann werden sie auch nett zu dir sein.“

Sie sagte: „Hier ist deine einzige Chance, Fancy, enttäusch mich nicht.
Hier ist deine einzige Chance, Fancy, enttäusch mich nicht.
Herr, vergib mir, was ich tue,
Aber wenn du hier raus willst, liegt es ganz bei dir.
Enttäusch mich jetzt bloß nicht,
Denn deine Mama bringt dich in die bessere Gegend der Stadt.“

Das war das letzte Mal, dass ich meine Mama sah –
In jener Nacht, als ich diese klapprige Hütte verließ.
Die Fürsorge kam und holte das Baby;
Mama starb, und ich bin nie zurückgekehrt.
Doch die Räder des Schicksals hatten sich bereits zu drehen begonnen, und für mich gab es kein Zurück.
Es dauerte nicht lange, bis ich genau begriff,
Wovon meine Mama gesprochen hatte.

Ich wusste, was ich zu tun hatte, und schwor mir feierlich:
Eines Tages würde ich eine Dame sein –
Auch wenn ich noch nicht wusste, wann oder wie.
Doch ich wollte nicht den Rest meines Lebens
mit gesenktem Kopf und voller Scham verbringen.
Wisst ihr, ich mag zwar als „Weißer Abschaum“ geboren worden sein, aber Fancy war mein Name.

Sie sagte: „Hier ist deine einzige Chance, Fancy, enttäusch mich nicht.“
Sie sagte: „Hier ist deine einzige Chance, Fancy, enttäusch mich nicht.“

Kurz darauf nahm mich ein gütiger Mann von der Straße auf,
Und eine Woche später servierte ich ihm bereits den Tee
In einer Hotelsuite mit fünf Zimmern.
Ich bezwang einen König, einen Kongressabgeordneten und gelegentlich einen Aristokraten mit meinem Charme;
Dann ergatterte ich ein Herrenhaus in Georgia
Und ein elegantes Stadthaus in New York.
Und ich habe es weit gebracht.

Nun, auf dieser Welt
Gibt es viele selbstgerechte Heuchler, die mich für schlecht halten.
Sie verurteilen Mama dafür, dass sie mich fortgeschickt hat – ganz gleich, wie wenig wir hatten.
Doch obwohl ich mir seit fast 15 Jahren um nichts mehr Sorgen machen muss,
Kann ich noch immer die Verzweiflung
In der Stimme meiner armen Mama in meinen Ohren hören:

„Hier ist deine einzige...“ Das ist deine eine Chance, Fancy, enttäusch mich nicht
Hier ist deine eine Chance, Fancy, enttäusch mich nicht.
Herr, vergib mir, was ich tue
Aber wenn du hier raus willst – liegt das nun das ganz bei dir,
Also enttäusch mich nicht, Schätzchen,
Deine Mama bringt dich in die bessere Gegend der Stadt,
Und ich glaube, genau das hat sie getan.


Das Original von Bobby (McGee) Gentry

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Fancy

Well, I remember it all very well looking back
It was the summer I turned 18
We lived in a one-room, rundown shack on the outskirts of New Orleans
We didn't have money for food or rent
To say the least, we were hard-pressed
Then mama spent every last penny we had to buy me a dancing dress
Well, Mama washed and combed and curled my hair
Then she painted my eyes and lips (lips)
Then I stepped into a satin dancing dress
That had a split on the side clean up to my hip
It was red velvet trim and it had fit me good
Well, standing back from the looking glass
There stood a woman where a half-grown kid had stood
She said, "Here's your one chance, Fancy, don't let me down"
She said, "Here's your one chance, Fancy, don't let me down"
Mama dabbed a little bit of perfume on my neck
Then she kissed my cheek
And then I saw the tears welling up in her troubled eyes
As she started to speak
She looked at our pitiful shack
And then she looked at me and took a ragged breath
She said, "Your Pa's runned off, and I'm real sick
And the baby's gonna starve to death"
She handed me a heart-shaped locket that said
"To thine own self be true"
And I shivered as I watched a roach crawl across
The toe of my high-heeled shoe
It sounded like somebody else that was talking
Asking Mama, "What do I do?"
She said, "Just be nice to the gentlemen, Fancy
They'll be nice to you"
She said, "Here's your one chance, Fancy, don't let me down
Here's your one chance, Fancy, don't let me down
Lord, forgive me for what I do
But if you want out, well, it's up to you
Now don't let me down now
Your Mama's gonna move you uptown"
Well, that was the last time I saw my Ma
The night I left that rickety shack
The welfare people came and took the baby
Mama died and I ain't been back
But the wheels of fate had started to turn
And for me, there was no way out
It wasn't very long until I knew exactly
What my Mama'd been talking about
I knew what I had to do, and I made myself this solemn vow
That I was gonna be a lady someday
Though I didn't know when or how
But I couldn't see spending the rest of my life
With my head hung down in shame
You know, I might've been born just plain white trash
But Fancy was my name
She said, "Here's your one chance, Fancy, don't let me down"
She said, "Here's your one chance, Fancy, don't let me down"
It wasn't long after a benevolent man took me in off the streets
And one week later, I was pouring his tea
In a five-room hotel suite (yes, she was)
I charmed a king, congressman and an occasional aristocrat
Then I got me a Georgia mansion
And an elegant New York townhouse flat
And I ain't done bad (she ain't done bad)
Now in this world
There's a lot of self-righteous hypocrites that call me bad (bad)
They criticize Mama for turning me out, no matter how little we had
But though I ain't had to worry about nothing for nigh on 15 years
Well, I can still hear the desperation
In my poor Mama's voice ringing in my ears
"Here's your one chance, Fancy, don't let me down
Oh, here's your one chance, Fancy, don't let me down
Lord, forgive me for what I do
But if you want out, well, it's up to you
Now don't let me down, hon'
Your Mama's gonna move you uptown"
Oh, and I guess she did


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