Sehenund Glauben
Von ehemaliges Mitglied Donnerstag 14.06.2018, 19:25
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Sehen und Glauben
An einem Sommerabend 1990 stand ich mit meinen Söhnen und hundert Fremden staunend am Strand von Binz auf Rügen und sah zum dämmrigen Himmel. Dort formten sich innerhalb einer Minute mehrere helle Lichtpunkte zu einer Art Sternbild und zogen wenig später nacheinander wieder davon. Alles geschah gespenstisch lautlos. Es hatte die Folge, daß sich wildfremde Menschen ansprachen und verwirrte Debatten über dieses seltsame Phänomen geführt wurden. Meine Frau war im Urlaubsquartier geblieben und hatte währenddessen ein halbes Stündchen geschlafen. Es war die verpaßte Gelegenheitihres Lebens, außerirdische Flugobjekte zu sehen, die sie durchaus für möglich hielt. Meine Söhne und ich haben sie ankommen, am Himmel stehen und verschwinden sehen. Für uns blieben es leuchtende Punkte, die ankamen, stillstanden und sich zerstreuten. Nicht mehr und auch nicht weniger.
Wenn mir der Sinn einer Religion und auch deren realer Nutzen einleuchtet, so betrifft dies am ehesten den Buddhismus. Vor wenigen Jahren durchschritten meine Frau und ich das Innere eine uraltenTempelanlage in Myanmar. In ringförmig angeordneten dunklen Gängen hunderte kleine Buddhafiguren in Nischen hockend, von Staub bedeckt und nahezu ununterscheidbar gleich. Wir blieben vor einer zufällig gewählten stehen, wischten den Staub von einem Schildchen am Sockel und – sahen uns plötzlich unseren eigenen Vornamen gegenüber! Die Namen der Stifter dieser Figur waren identisch mit den unseren! Ein heftiger Eindruck, fürwahr! Aber… könnte so etwas ein Grund sein, Buddhist zu werden? Buddha war ein großer Denker, Lehrer und – hier ist das Wort vielleicht angebracht – im besten nachvollziehbaren Sinn ein Heiliger. Nicht mehr… und auch nicht weniger.