A b s c h i e d v o n d e r S e e l e
Von ehemaliges Mitglied Donnerstag 08.04.2021, 09:21
Du möchtest die Antworten lesen und mitdiskutieren? Tritt erst der Gruppe bei. Gruppe beitreten
Von ehemaliges Mitglied Donnerstag 08.04.2021, 09:21
Du möchtest die Antworten lesen und mitdiskutieren? Tritt erst der Gruppe bei. Gruppe beitreten
Es mag sein, dass wir mit der Gabe geboren werden, tausend
verschiedene Leben zu leben, aber Tatsache ist, dass wir sterben
und nur eines gelebt haben
(David Barash)
VORWORT
Meinen Enkeln und den folgenden Generationen zum Überdenken
Um den Menschen, sein Wesen und sein Handeln sind schon viele Abhandlungen geschrieben worden. Eigentlich müßte es reichen. Aber all diese mehr oder minder wissenschaftlich geschriebenen Werke sind philosophisch, versuchen nur zu beschreiben und haben es nie vermocht,
auch nur annähernd das Verhalten der Menschheit zu reformieren. Im Gegenteil, enstirniger Fundamentalismus beeinflusst erneut stark das politische Handeln und versucht mit allen Mitteln, Fesseln der Ignoranz anzulegen. Nur die eigene behauptete Wahrheit gilt, alles andere wird bis aufs Messer bekämpft. Toleranz, Weltoffenheit, Religionsfreiheit und andere ideale Lebenseinstellungen führen auf der ganzen Welt einen verzweifelten Rückzugskampf, in dem sie zwangsläufig unterliegen müssen, da ihre Wesensheit bedingt, dass sie der Intoleranz nicht mit dem nötigen Nachdruck entgegentreten können. Eine mit Gewalt durchgesetzte Toleranz kann ja nicht mehr tolerant sein. Vor »Befreiern« sei aber grundsätzlich gewarnt. Die wollen meist nur das eine Übel durch ein anderes ersetzen.
Es muss im Wesen von Menschen begründet sein, wenn sich Inkonsequenz, ja erkennbare Dummheit trotz oder gerade wegen besserer Bildung nicht nur erhält, sondern sich ausgeprägter und raffinierter durchsetzt, wenn blindes Glauben weiterhin vor die sichere Erkenntnis gesetzt wird. Das, was ist, wollen die Menschen nicht in absoluter Realität zur Kenntnis nehmen. Hinter den Dingen will man Mysterium und Unbegreifliches sehen, auch wenn keine plausible Begründung für einen solchen unerfassbaren Hintergrund zu formulieren ist. Die Logik ist bekannt: Weil wir die letzten Naturgeheimnisse (noch) nicht erkennen können, müsse ein Gott dahinter stecken. Diese menschliche Schwäche nutzen Gaukler aus, um alle astrophysikalischen Erkenntnisse und verifizierte Naturgesetze zu ignorieren und die Existenz eines übersinnlichen Wesens zu behaupten. Dabei wird jeden Zweifel an die Gottheit als verwerflich und lästerlich hingestellt und von Eiferer bedroht. Gotteslästerung ist in etlichen Staaten gesetzlich verboten und kann zum Tode führen.
Die Verkünder von Gott können eine Existenz nicht beweisen, verweisen auf uralte Schriften und versprechen den Gläubigen das Blaue vom Himmel. In einem imaginären Paradies warten traumhafte Bedingungen auf Gläubige. Im Islam werden den Männer zahlreiche Jungfrauen versprochen. Was aber fangen die mit ihren Frauen an, denn die sollen ihren Mann dort wiederfinden. Wie aber soll ein im Paradies Angekommener Gläubige etwas mit diesen Versprechungen anfangen? Wir wissen aus Gräberfunden aus allen Zeiten des Menschseins, dass alles Leibliche nach dem Begräbnis verrottet. Nichts bleibt, was irgendwie mit einem Paradies etwas anfangen könnte. Ach ja die Seele! Dazu kommen wir noch.
Garadezu dreist verlangen die Verkünder der Göttlichkeit von Kritikern, man möge die Nichtexistenz von Gott beweisen. So lange die Nichtexistenz nicht bewiesen sei, müsse das Behauptete als existent angesehen werden. Eine irre Forderung. Wer die Existenz von etwas behauptet, ist beweispflichtig, nicht umgekehrt.