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Lob der Torheit

Von ehemaliges Mitglied Donnerstag 15.04.2021, 09:09

Wahrlich, Freunde, als Erasmus von Rotterdam zu Beginn des
sechzehnten Jahrhunderts das Lob der Torheit schrieb, ahnte er
nicht, in welchem Ausmaß sich diese schillernde Blüte des
menschlichen Handelns entwickeln würde. Mit welch enormem Tempo
hat die Zivilisation innerhalb von vier Jahrhunderte törichtes
Denken und Handeln weiterentwickelt! Wir wissen heute über die
physikalischen Gesetze des Universums ziemlich alles, steuern
Raketen zu fernen Planeten, kennen dank Einstein das Verhältnis
von Masse zu Materie und nutzen dieses Wissen überwiegen zur
Herstellung von Vernichtungswaffen. Wir haben seit den
Vorsokratikern die Philosophie gehätschelt, von ethischen
Werten und moralischen Geboten gefaselt und nie daran gedacht,
weise Erkenntnisse zu Prämissen unseres Denkens zu machen. Wir
errechnen heute mit dem Computer die kompliziertesten
mathematischen Probleme, manipulieren bereits die kleinsten
Bausteine des Lebens, kennen fast alle Geheimnisse des Mikro- und Makrokosmos und schalten nach Feierabend die Vernunft ab, glauben ohne Bedenken an Götter, Wunder und Geister, für die nach allen Erkenntnissen der nüchternen Wissenschaft einfach kein Raum mehr bleibt und lassen unser Leben von religiösen Eiferern manipulieren. Die Erde ist eine Welt voller Narren. Das war den Weisen zu allen Zeiten immer bekannt. Doch hofften sie stets auf Besserung. Eine irrige Annahme, wie die Erfahrung

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