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Von Feierabend-Mitglied Dienstag 13.04.2021, 09:01

Vor Hörsaal 1 ist vielleicht ein Gedränge.

Die Fachschaften Medizin, Psychologie und Philosophie

haben eine gemeinsame Vorlesung angekündigt.

Der Mensch, zoon politikon und Überleben.

ist das Thema.

Ein Thema, das eigentlich wenige hinter dem gemütlichen Denkofen

hervorholen sollte.

Da nichts Neues an diesem.

Damit beschäftigten sich die Philosophen schon lange vor der

Neuzeit.

Und legten ohne Reagenzgläser, Ultraschall und künstlicher Intelligenz

(unvollständig benannte neuzeitliche Hilfsmittel der Wissenschaft)

wesentliche Grundlagen, die nur noch modifiziert, vertieft, erweitert werden

konnten.

Das menschliche Gehirn blieb bis in die Gegenwart größtenteils

unerforscht.

Die Medizin also der Bremsfaktor.

Der Mensch - bis heute eine geisteswissenschaftliche Theorie.



Aristoteles könnte Gähnen machen.

Kant zweifeln lassen.

Freud vor allem Väter und Mütter verärgern.



Eine der wartenden StudentInnen wagte Adorno und Fromm zu benennen.

Die hätten den Menschen in die Bedingungen der jeweils Zeit gestellt.

Ethik, Moral und Bedürfnisse daraus definiert.

Aristoteles hätte schließlich nichts von Mindestlohn im Zusammenhang mit

Wirtschaftswachstum gewusst.

Kant wäre erstarrt, hätte er von der Perversion aus dem Zölibat erfahren

und von der Beteiligung der Firma Kirche an ethischem no go.

Und Freud...ein hysterischer Anfall wäre dem Hysterielosen gewiss

gewesen, hätte er die veränderte Rollenverteilung Mann Frau geahnt

Ödipus – obsolet.



Ein lebhaftes Stimmgewirr liegt in der Luft neben einer spürbaren

Spannung.

Und es werden immer mehr, die auf Einlass warten.

Was ist neu, was anders, was so hochbrisant, so revolutionär an der

angekündigten Vorlesung.

Die Empirie ist es.

Zu all den theoretischen Überlegungen gab es nun eine messbare,

nachprüfbare Erkenntnis zum „zoon politikon Mensch und seiner Fähigkeit

alleine zu überleben-

Die Theorie besagt, der Mensch brauche das Leben in einer

Gemeinschaft, da er alleine nicht überlebensfähig ist.

Diese Theorie wurde nun widerlegt durch etliche Fallbeispiele

aus Längs- und Querschnittsuntersuchungen.

Als der Globus mehrere Jahre beherrscht wurde von einer Pandemie, die

trotz wissenschaftlicher und vor allem politisch dilletantischer Aktionen

erst vor kurzem zu Ende kam, untersuchten Wissenschaftler Menschen

verschiedenen Alters und verschiedener sozialer Herkunft und Bildung.

Sie waren alle isoliert und ohne Bezug zu einer Gemeinschaft.

Sie wurden versorgt mit Lebensmitteln aus dafür speziell konstruierten

Lieferwägen.

Unsichtbarmaskierte die Auslieferer.

Dialog dabei war verboten.

Lächeln und Sympathie versteckt hinter Masken.

Die Fürsorge des Staates galt dem physischen Überleben.



Die Testpersonen befanden sich in lokaler, zeitlicher, seelischer

Quarantäne, die früheren Untersuchungen nach bei allen zum Tod führte.



Auch bei dieser Untersuchung starben die meisten.

Nicht an Corona.

Es gab aber einige, die das überlebten.........



Der Andrang zu dieser Vorlesung war so groß, dass man ins Audio Max

umziehen musste……..



to be continued….bloß nicht!

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