Was geht uns die Würde an?
Von ehemaliges Mitglied Mittwoch 06.03.2019, 16:05
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Weshalb brauchen wir eine Vorstellung von unserer Würde?
In der Antike existierte der Begriff der Würde als Wesensbestimmung nicht,
man sprach von Ehre und Unehre. Der Begriff der Würde (dignitas) taucht bei Cicero erstmals auf und die Idee einer allen Menschen zukommenden Wesenswürde kommt im Christentum zur vollen Entfaltung, dann ist Menschwürde als Wesensmerkmal auch in allen Renaissance -Texten vorhanden, später, im Nachgang der Aufklärung wo Kants Rechtsphilosophie eine herausragende Rolle spielt. Der Kategorische Imperativ gilt bis heute als Massstab für gerechtes Handeln und Grundlage jeglichen Rechtssystems. Der Haken daran sei, es gehe von einem optimistischen Menschen aus, sagt ein Professor für Strafrecht und Rechtsphilosophie. Denn nicht allen Menschen gelingt es sich die Würde zu eigen zu machen. Die Brüchigkeit von Würde zeigt sich in der Lüge. Versprechen, verstelltem Handeln, Kränken.
Deshalb geht uns die Würde fundamental etwas an: Wie gehe ich mit den andern um? Wie gehen andere mit mir um? Mit andern Worten das Zünglein an der Waage: wie schaffe ich es zu mir selber nicht nein zu sagen ohne den andern zu verletzen? So betrachtet ist Würde der Kern
für alles was uns an inneren Werten lieb ist, sie zeigt uns aber auch Grenzen auf. Von Natur aus haben alle Lebewesen eine Würde, aber nur der Mensch hat die Möglichkeit diese handelnd offen zu legen und zu
gestalten.