Neu hier? Lies hier über unser Motto gemeinsam statt einsam.
Mitglied werden einloggen




Passwort vergessen?

5 4

Eigentlich fing alles recht harmlos an

Von ehemaliges Mitglied Donnerstag 29.08.2024, 12:02

Am 1. September 2004 wird sich herausstellen, wie es mit der Politik in unserem Lande weitergehen könnte.



Hier die Zahlen vom 28.8.2024



Thüringen:

AFD 29,6 %, CDU 22,2 %, BSW 18,2 %, Linke 13,8 %, SPD 6,2 %, Grüne 3,3 %, FDP 2,8 %, Sonstige 3,9



Sachsen

CDU 32,2 %, AFD 30,5 %, BSW 14,4 %, SPD 6,2 %, Grüne 5,5 %, Linke 3,9 %, Freie Wähler 3,1 %, FDP 1,1 %, Sonstige 4,1 %

Brandenburg

AFD 24,0 %, SPD 20,0 %, CDU 19,0 %, BSW 17,0 %, Grüne 5,0 %, Linke 5,0 %, BVB/FW 4,0 %, FDP 2,8 %, Sonstige 4,0 %



Dass die Termine für die Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg gerade auf diesen Tag fallen ist ein Zufall, aber auch ein dunkles Omen, wie ich finde. Der Tag erinnert zu sehr an den Beginn des Zweiten Weltkrieges, den Überfall auf Polen.

Mit diesen Gedanken im Kopf nehme ich mir die Freiheit, daran zu erinnern, wie es dazu kommen konnte.



1918, der Kaiser hatte abgedankt, der Erste Weltkrieg wurde verloren: In Deutschland nichts mehr, wie es einmal war. Es begann die erste Demokratie auf deutschem Boden, die sogenannte "Weimarer Republik". Sie dauerte bekanntlich bis 1933, dann kam Adolf Hitler durch demokratische Wahlen an die Macht.



Die Vorgeschichte



Im Herbst 1918 geht der Erste Weltkrieg zu Ende. Nach vier Jahren grausamer Kämpfe ist Deutschland am Ende seiner Kräfte und kann dem Druck der Alliierten nicht länger standhalten. Die Niederlage ist nicht mehr aufzuhalten, die Kapitulation nur noch eine Frage der Zeit.



Für die Herren der Reichs- und Heeresleitung war es schon schwer genug, sich selbst die Niederlage einzugestehen. Sie auch noch dem deutschen Volk zu verkünden, das unter dem Krieg stark gelitten hat, das will man dann doch lieber anderen überlassen.



Die anderen – das waren die Mitglieder der zivilen Regierung und des Parlaments. Sie sollten jetzt die politische Verantwortung für einen Krieg übernehmen, den Kaiser Wilhelm II. und seine Generäle geführt hatten. Und sie müssen das Ende des Deutschen Reichs verkünden, das 1871 unter großem Jubel gegründet wurde.





Die Novemberrevolution



In den letzten Wochen des Kriegs, Ende Oktober 1918, sollte die kaiserliche deutsche Flotte noch einmal in eine letzte Seeschlacht gegen die Briten geschickt werden – angeblich um die Ehre des deutschen Militärs zu retten. Doch den Matrosen ist klar: Dieser Befehl wird sie mit großer Wahrscheinlichkeit das Leben kosten, denn ein Sieg ist fast ausgeschlossen.



Deshalb verweigerten die Matrosen in Wilhelmshaven und Kiel den Gehorsam. Sie weigerten sich, zu kämpfen.



Danach schlossen sich weitere Matrosen, Soldaten und Arbeiter dem Aufstand an. Sie forderten den Rücktritt (die "Abdankung") des Kaisers und die Errichtung einer Republik. Am Vormittag des 9. November 1918 erreichte die revolutionäre Bewegung Berlin.



Dort verkündete Reichskanzler Prinz Max von Baden tatsächlich, ohne irgendjemanden zu konsultieren, die Abdankung des Kaisers und übergab sein eigenes Amt dem Sozialdemokraten Friedrich Ebert (SPD) mit den Worten: "Herr Ebert, ich lege Ihnen jetzt das Deutsche Reich ans Herz."



Ebert wollte so schnell wie möglich eine Nationalversammlung einberufen, die die künftige Staatsform des Deutschen Reiches bestimmen sollte: eine parlamentarische Republik oder Monarchie. Soll Deutschland weiterhin einen Kaiser haben oder nicht?



Doch das wichtigste Ziel für die SPD war zunächst die Kontrolle über die Aufstände zu erlangen. Es sollte um jeden Preis verhindert werden, dass die Moskau-treuen Kommunisten nach dem Vorbild der Russischen Revolution die Macht ergreifen. Ebert versuchte, die radikale Linke zu isolieren und die Einheit der Arbeiterbewegung zu garantieren.



Dann verbreitet sich das Gerücht, dass der linksradikale Karl Liebknecht die sozialistische Republik ausrufen will. Am Mittag des 9. November 1918 versammeln sich revolutionär gestimmte Massen vor dem Reichstag. Philipp Scheidemann, Vorstandsmitglied der SPD, wird von seinen Leuten gedrängt, Liebknecht zuvorzukommen und am Fenster zu den Menschen zu sprechen.



Scheidemann begann seine Rede, doch tief berührt von der Aufregung des historischen Augenblicks ging Scheidemann viel weiter, als nur das Ende der alten Ordnung zu verkünden.



Um 12 Uhr rief Scheidemann, in einem Fenster des Deutschen Reichstag stehend, die "deutsche Republik" aus. Sein Parteifreund Ebert war entsetzt: "Du hast kein Recht, die Republik auszurufen! Schrie er ihn an. Was aus Deutschland wird, ob Republik oder was sonst, entscheidet eine Konstituante!" – also eine verfassungsgebende Versammlung.



Doch Scheidemann kam damit Karl Liebknecht zwei Stunden zuvor, als dieser um 14 Uhr vom Balkon des Berliner Stadtschlosses die "freie sozialistische Republik Deutschland" ausrief.

Zu der aufgewühlten innenpolitischen Lage kam dann auch noch der Druck durch die Schadensersatzforderungen der Siegermächte. Schwere wirtschaftliche Ausgleichszahlungen forderte der Vertrag von Versailles von Deutschland. Die sogenannten Reparationskosten.



1921 wurde von einer alliierten Kommission die Gesamtsumme der Entschädigungsleistungen auf 132 Milliarden Goldmark festgelegt, die Deutschland innerhalb von 30 Jahren abzuleisten hat. Eine unvorstellbare Summe, die das entkräftete Land kaum aufbringen konnte.



Der Untergang der Weimarer Republik



Die erste deutsche Demokratie stand also unter keinem guten Stern. Von Anfang an wurde ihr der verlorene Krieg angelastet. Die Führer der demokratischen Parteien mussten die Niederlage im Ersten Weltkrieg vor den Bürgern verantworten.

Welche Parallele zu unserer heutigen Situation, in der sich die Ampel Regierung befindet. Auch sie wird zu Unrecht für Vorfälle verantwortlich gemacht die sie andere verursacht haben.

Die Menschen suchen eben immer nach einem Schuldigen und sind daher empfänglich für Verschwörungstheorien.

Damals war es die so genannte "Dolchstoßlegende" – die größte Propagandalüge der Weimarer Republik.



Verbreitet hat sie auch Paul v. Hindenburg, der 1925 zum Reichspräsidenten der Weimarer Republik bestellt wurde. Er behauptete, wider besseren Wissens, denn er war als Generalfeldmarschall über die wirkliche Situation des deutschen Heeres bestens informiert, die Novemberrevolutionäre hätten einen Waffenstillstand vereinbart, obwohl der Krieg noch gar nicht verloren war. Die deutsche Armee sei also nicht von ihren Feinden besiegt, sondern von den eigenen Leuten verraten worden.

Diese Dolchstoßlegende fand bei der Bevölkerung großen Anklang.

Dass die deutsche Gesellschaft tief gespalten war, zeigte sich auch deutlich an der Vielzahl der Parteien. Es gab gemäßigte Parteien der Mitte, es gab Kaisertreue, radikale Rechte und radikale Linke.



Die Regierung war geprägt von einem ständigen Wechsel: In 14 Jahren Weimarer Republik standen 13 verschiedene Reichskanzler an der Spitze der Regierung. Darunter sind Friedrich Ebert, Philipp Scheidemann, Gustav Stresemann, Franz von Papen und zuletzt ab 1932 Kurt von Schleicher. Wenige von ihnen blieben länger als ein Jahr im Amt.



Zudem herrschte eine weit verbreitete Geringschätzung des Parlamentarismus. Große Teile der höheren Bevölkerungsschichten akzeptierte die demokratische Republik nicht, wollten sich nicht ihre angestammten Rechte beschneiden lassen und behinderte sie wo sie nur konnten.



Hinzu kamen die wirtschaftlichen Probleme, wie die Hyperinflation von 1923 und der Börsensturz am "Schwarzen Freitag" 1929. Zunächst stürzen die Aktienkurse in New York ab, was sich schnell auch auf Europa und damit Deutschland auswirkte. In den kommenden Jahren wuchsen sich die Probleme zu einer weltweiten Wirtschaftskrise aus – in Deutschland führte das, besonders als die USA ihre Kredites zurück forderten, zu Massenarbeitslosigkeit, Armut und massenhaften Selbstmorden.



In dieser Notsituation wanden sich viele Menschen den radikalen Parteien zu. Vor allem die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) unter Führung von Adolf Hitler profitierte davon.

Bei der Reichstagswahl 1930 bekam sie mehr als 18 Prozent der Stimmen, im November 1932 dann sogar 33 Prozent.



Am 30. Januar 1933 ernennt Reichspräsident Paul v.Hindenburg Hitler zum Reichskanzler. Der künftige Diktator kommt also durch demokratische Wahlen an die Macht – und schafft danach in wenigen Monaten die Demokratie ab.



Die Weimarer Republik war zu Ende. Die nationalsozialistische Diktatur hatte begonnen …

An dieser Stelle möchte ich noch gerne einen Vergleich zwischen damals und heute anstellen.

Nach dem Ersten Weltkrieg lebten, wie geschildert, die meisten Menschen in tiefster Armut.

Im Gegensatz zu heute, einer Zeit, in der es der Mehrheit der Bevölkerung so gut wie noch nie zuvor geht.

Da empfiehlt es sich wohl eine Frage nach den Ursachen dieser Unzufriedenheit zu stellen.

Meine Vermutung ist, dass es in erster Linie an unseren führenden Politikern, die ihren Aufgaben nicht gerecht werden, an der aufgeblähten Bürokratie, die sich in alles einmischt und in der Bescheide Jahre brauchen bevor sie umgesetzt werden können, und an der Gedankenlosigkeit der satten bundesrepublikanischen Bevölkerung liegt, die sich lieber in den Schmoll oder Hasswinkel zurückzieht, statt sich aktiv an der Politik zu beteiligen.


Auf diesem Video wird deutlich, wie unser Volk zudem wurde, was es dann bis zum Untergang
blieb.


Externer Inhalt

Dieser Inhalt wird nicht von Feierabend.de bereitgestellt. Du kannst ihn nur lesen, wenn Du zustimmst, dass er von Youtube nachgeladen wird. Bist Du einverstanden, dass externe Inhalte nachgeladen werden? Mehr dazu erfährst Du in unseren Datenschutzbestimmungen.


einverstanden


Du möchtest die Antworten lesen und mitdiskutieren? Tritt erst der Gruppe bei. Gruppe beitreten

Mitglieder > Mitgliedergruppen > Politik Diskussionen > Forum > Eigentlich fing alles recht harmlos an