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Ist der Weltfrieden in Gefahr?

Von ehemaliges Mitglied Donnerstag 26.09.2024, 11:21

Der Kölner Diplom-Meteorologe Sven Pflöger sagte gestern Abend im Fernsehen etwas, das mich intensiv zum Nachdenken anregte.

Er wies darauf hin, dass in der täglichen Berichterstattung schlechte Meldungen mehr Aufmerksamkeit erregen als gute.



Dann verwies er auf die Tatsache, dass die Natur es so eingerichtet hätte, dass uns Menschen das Negative wichtiger als das Positive sei. Dass jedem von uns eine negative Aussage über unsere Person mehr belastet als uns eine positive freut. Wir brauchten zum Beispiel fünf lobende Bemerkungen, um eine Tadelnde verdauen zu können.

Dem kann ich aus eigener Erfahrung nur zustimmen. Drei oder vier positive Kommentare zu einem meiner Beiträge freuen mich zwar, werden aber durch eine unqualifizierte gedankenlose Kritik gleich wieder zunichtegemacht.

Nun weiß ich doch endlich, dass dieser Faktor seine Ursache nicht in meinem Charakter hat, sondern naturbedingt ist.



In der Hoffnung, dass meinen Lesern es genauso geht und sie einem negativen Gedanken mehr Aufmerksamkeit schenken, weise ich auf die im Augenblick in New York laufenden Tagungen der UNO hin und versuche gewisse Zusammenhänge zu erklären.

Als im April 1945 sich die Vertreter von 51 Nationen als Gründungsmitglieder der UNO zur Konferenz von San Francisco versammelten, wurde am 26. Juni 1945 die Gründungsurkunde, die Charta der Vereinten Nationen unterschrieben.

Sie beginnt mit den Worten:

„Wir, die Völker der Vereinten Nationen – fest entschlossen, künftige Generationen vor der Geißel des Krieges zu bewahren ..., den sozialen Fortschritt und einen besseren Lebensstandard in größerer Freiheit zu fördern ...– haben beschlossen, in unserem Bemühen um die Erreichung dieser Ziele zusammenzuwirken.“



Die Charta trat am 24. Oktober 1945 in Kraft, nachdem sie von den Parlamenten aller Mitgliedstaaten ratifiziert worden war.



Die Organisation der Vereinten Nationen (UNO, engl. United Nations Organization) wurde als „allgemeine internationale Organisation zur Aufrechterhaltung des Friedens und der Sicherheit“ ins Leben gerufen. So formulierten die Regierungschefs der drei Großmächte der Antihitlerkoalition – CHURCHILL, ROOSEVELT und STALIN – die Zielsetzung der UNO auf der Krimkonferenz 1944.

Man hatte sich damals folgende Ziele gesetzt:



1.) den Weltfrieden und die internationale Sicherheit zu wahren, zu diesem Zweck wirksame Kollektivmaßnahmen zu treffen, Angriffshandlungen abzuwehren, internationale Streitigkeiten durch friedliche Mittel nach den Grundsätzen der Gerechtigkeit und des Völkerrechts beizulegen;

2.) freundschaftliche, auf der Achtung der Gleichberechtigung und Selbstbestimmung der Völker beruhende Beziehungen zwischen den Nationen zu entwickeln;

3.) die internationale Zusammenarbeit zur Lösung wirtschaftlicher, sozialer, kultureller und humanitärer Probleme zu pflegen;

4.) Achtung vor den Menschenrechten und Grundfreiheiten für alle ohne Unterschied der Rasse, des Geschlechts, der Sprache und der Religion zu entwickeln.

5.) die Bemühungen der Nationen zur Verwirklichung dieser gemeinsamen Ziele aufeinander abzustimmen.



Die UNO war also von vornherein nicht als Weltregierung gedacht. Ihr gesamtes Wirken beruht auf der unbedingten Anerkennung der Souveränität ihrer Mitgliedstaaten. Ihr und ihren Organen ist es laut Charta grundsätzlich untersagt, „in Angelegenheiten einzugreifen, die im Wesentlichen innerhalb der innenpolitischen Zuständigkeit“ der Mitgliedstaaten liegen.

Zum Weltsicherheitsrat gehören also seine fünf ständigen Mitglieder die USA, Großbritannien, die Russische Föderation (in Nachfolge der UdSSR), China und Frankreich. Sie besitzen ein Veto-Recht.

Der Internationale Gerichtshof der UNO hat seinen Sitz in Den Haag (Niederlande). Seine Aufgabe besteht u. a. darin, Verbrechen gegen den Frieden und gegen die Menschlichkeit – wie Völkermord, Ausrottung, Versklavung und Deportation der Zivilbevölkerung – zu ahnden. Der Gerichtshof kann nur von Staaten, nicht von Einzelpersonen angerufen werden.

Eigentlich könnte man doch, wenn man das alles so liest, von der Annahme ausgehen, dass die richtigen Maßnahmen ergriffen worden sind, um eine Welt in Frieden zu schaffen.

Warum aber ist es niemals dazu gekommen?

Meiner Ansicht nach im Hauptgrund deswegen, weil die Staaten die seinerzeit gegen den Faschismus in den Krieg zogen und gewaltige Opfer auf sich genommen haben, ein Veto-Recht erhalten haben mit dem sie alle Bemühungen der anderen Nationen, sie selbst am Kriegsführen zu hindern, scheitern lassen konnten und es bis heute können.

Wenn dem nicht so wäre, dann hätte es die mehr als 300 nachfolgenden Kriege niemals gegeben.

Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine kursiert eine Behauptung: Es sei der erste Krieg in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Doch das ist nicht richtig.


Um die Interessenkonflikte, also die Ursachen für kriegerische Auseinandersetzungen besser beurteilen zu können, möchte ich ein Beispiel anführen.

Griechenland war zwischen 1946 und 1948 Schauplatz eines Bürgerkrieges.

Bei einer Großoffensive im Jahr 1948 hatten Regierungstruppen mit drei Divisionen gegen Partisanen im Gebiet zwischen dem Golf von Patras und Thessalien gekämpft. Ausgelöst wurde er durch die Frage, ob die Monarchie nach dem Krieg wiederbelebt werden soll.

Die Briten, die die griechische Monarchie unterstützten, wollten damit verhindern, dass sich das Land ihrem Einfluss entzieht. Anhänger des Kommunismus, die über Jugoslawien, Bulgarien und Albanien von der Sowjetunion unterstützt wurden, riefen dagegen eine provisorische Regierung in Epirus aus.

Es kam zu Zusammenstößen zwischen Partisanen und den von Amerika und Großbritannien unterstützten Regierungstruppen. Für den Westen war Griechenland strategisch und wirtschaftlich sehr wichtig.

So konnte von ihnen die sowjetische Vorherrschaft im östlichen Mittelmeerraum begrenzt und die Ölreserven im Nahen Osten geschützt werden. 1949 trat Griechenland dem Europarat und 1951 der NATO bei. Dadurch kam es zum Bruch mit der Sowjetunion, die kommunistischen Untergrundkämpfer verloren ihre Versorgungsquelle und mussten im Oktober 1949 aufgeben. Der Aufstand kostete mehr als 50.000 Menschen das Leben.

Aus dieser Darstellung geht einwandfrei hervor, dass es die wirtschaftlichen und territorialen Interessen der Großmächte sind, die Kriege immer wieder verursachen. Bei diesen Überlegungen sollte darauf geachtet werden, dass die Waffenindustrie einen großen Anteil am Wohlstand dieser Länder hat. Denn sie produziert Waffen nicht nur zur Verteidigung. Sie sichert die Arbeitsplätze von vielen Menschen des eigenen Landes und liefert auch ihre Produkte in Ländern ohne eigene Waffenfabriken an Staatschefs, die ihre Macht auf Kosten ihrer Nachbarn und deren Bodenschätze erweitern wollen. Alle Waffenproduzenten sind somit daran interessiert, dass es auf der Welt immer Kriege gibt.

Fazit:

Wenn wir uns das alles vor Augen halten und dann an Carl von Clausewitz denken, der seinerzeit gesagt hat, der Krieg ist eine bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln, muss es auch dem Einfältigsten von uns klar werden, dass es einen Weltfrieden niemals geben wird.

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