Rückblick vor der Wahl
Von ehemaliges Mitglied Freitag 20.09.2024, 12:36
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Nachdem in den beiden ostdeutschen Ländern Thüringen und Sachsen gewählt wurde, scheinen Brandenburg oder die Landeshauptstadt Potsdam nicht mal erschrocken zu sein. Angesichts der Vorboten, die man im Ausgang der Wahlen sehen kann. Schließlich ist doch nur eingetroffen, was die Vorhersagen versprachen.
In Thüringen gewinnt die AfD. In Sachsen liegt die rechtspopulistische Partei nur knapp hinter der CDU. Auch die neue Partei von Sahra Wagenknecht feiert aus dem Stand einen Erfolg.
Bei dieser Sachlage stellen sich viele die Frage; warum so viele Menschen in Ostdeutschland der AfD ihre Stimme geben?
Viel wurde in den vergangenen Wochen gemutmaßt, analysiert und erklärt, was die Ostdeutschen so für die Rechten einnehme? Sodass die etablierten Parteien derart an Ansehen verlieren!
Ich denke, dass jeder, der die politische Situation in unserem Lande aufmerksam beobachtet hat, die Gründe kennt.
Die Leute haben einfach genug vom politischen Establishment. Sie sind es leid, dass zu viel geredet und zu wenig gesagt wird.
Die Sprache von Olaf Scholz, Saskia Esken oder Lars Klingbeil sei nur »ein kryptisches Gerede der SPD«, mit den ewigen Versprechen, den Wählern besser zuhören zu wollen. Es werden weder Lösungen noch Taten angeboten. Es bleibt beim Ankündigen und floskelhaftem Herausgerede.» Das führte letztendlich dazu, dass sich viele wieder nach dem autoritären Vater sehnten. Sie sagen, in der Diktatur sei ihnen das selbständige Denken abgenommen worden. Dass sie sich vom System beschützt und umsorgt fühlten. Gemeinschaftlich verbunden in der Illusion, dass im Sozialismus alle gleichbehandelt würden. Wenn man sich fügte, hatte man auch seine Ruhe, sagen sie.
Die AfD hat die Bedürfnisse der Bürger nach einer deutlichen Kommunikation erkannt und sich darauf eingeschossen.
Was sie sagen, ist kalkuliert, klar und kraftvoll, und die Leute glauben, es ist ernst gemeint und drücke Führungsstärke aus. So fühlen sich die Menschen an die Hand genommen. Menschen, die entweder aus eigenem Erleben oder aus den Erzählungen ihrer Eltern von der Fürsorge des Staates gegenüber seinen Bürgern wissen.
Die alteingesessenen bürgerlichen Parteien sollten sich ernsthaft die Frage stellen, warum sie so lange an den Bedürfnissen ihrer Bürger vorbei regiert und geredet haben.
Vor allem aber sollten Sie sich zuerst einmal darüber klar werden, dass sie beim Aufbau einer Brandmauer im Parlament ihre Verantwortung gegenüber unserer Demokratie völlig aus den Augen verloren haben.
Die schreibt Ihnen vor, mit jeder Partei, die rechtmäßig von einem gewissen Teil der Bürger gewählt wurde, verantwortungsvolle Politik zu machen …