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Wie Uhren unser Dasein veränderten

Von ehemaliges Mitglied 25.08.2024, 14:52

Seit Jahrtausenden lebten die Menschen lediglich nach der inneren Uhr, die jeder von ihnen in sich trug.
In den frühen Morgenstunden, wenn die ersten Sonnenstrahlen auf die Erde trafen, bereitete sich der menschliche Körper auf den Tag vor. Und, nachdem die Sonne untergegangen war, bereitete er sich auf den Schlaf in der Nacht vor. Diese Menschen brauchten keine Zeitmessung. Gegen Abend stimmte sich ihr Organismus dann langsam auf die Hauptruhephase ein. Tag für Tag bestimmte dieser Rhythmus ihr Leben, denn sie lebten in Harmonie mit der Natur.
Das änderte sich aber, als ca. 150 nach Christus die Zeitmessungen für Handel und Gewerbe wichtig wurden.

Es wird von vielen behauptet, dass der große Umbruch von der industriellen Revolution verursacht wurde. Richtig ist aber, dass sie, nicht zuletzt um die Arbeiter zu kontrollieren und Transportzüge über weite Strecken unfallfrei fahren lassen zu können, eine genaue Zeitmessung erforderlich machte.

Damit war die gemütliche, alte Zeit vorbei. Die digitale Revolution trieb dann das Ganze auf die Spitze. Heute hat nicht nur jeder eine Uhr am Arm, der größte Teil der Bevölkerung hat auch ein Smartphone am Ohr.

Es ist erwiesen, dass diese Menschen glauben permanent kommunizieren zu müssen (im Schnitt hält jeder 85 Verbindungen am Tag), denn sie fürchten nicht mehr in zu sein, wenn sie es nicht tun würden. Es ist ebenso erwiesen, dass die permanenten ins Gehirn fließenden Informationsbrocken nicht nur vehement die Merk und Aufmerksamkeitsfähigkeit, ihr Sozialverhalten und ihre Intelligenz beeinflusst.

Niemand stellt allem Anschein nach die Diskrepanz fest.

Jeder glaubt alles mitbekommen zu müssen, merkt aber nicht, dass er immer weniger von dem versteht, worüber er sich zu informieren sucht.

Was unsere menschlichen Gesellschaften, in den Industrieländern inzwischen dringend brauchen, ist eine Entschleunigung.
Menschen in unserem Alter können sich hoffentlich noch gut daran erinnern, wie unser Leben verlief, bevor es von der modernen Technik überschwemmt wurde.
Da gab es am Familientisch Gesellschaftsspiele und es gab in den Vereinskreisen informative Gesprächsabende. Gesprächsrunden, in denen alle zu Wort kamen und jeder seinen Beitrag leistete. Nicht zuletzt deswegen, weil wir zuhören und geistig verarbeiten konnten, was jeder einzelne der Beteiligten zu diesen Gesprächen beitrug.
Diese Zeiten werden wohl niemals wiederkommen, denn die meisten, die sich so verhalten, merken ja gar nicht, was sie sich, und andere damit antun …

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