Glaube. Der weite Gott
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Feierabend-Mitglied
Donnerstag 02.04.2026, 19:39 – geändert Donnerstag 02.04.2026, 19:54
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Kein Buch hat je die Unendlichkeit gefasst,
kein steinern Haus hält das Geheimnis fest.
Wer Gott in enge Paragrafen presst,
hat nur die Angst zum Fundament gewählt.
Sie bauen Mauern aus erhob’nem Finger,
und richten dort, wo nur das Staunen wohnt.
Als ob der Geist, der in den Sternen thront,
nur eine Sprache spricht – die ihre.
Sie hüten Asche in vergold’nen Schreinen,
und nennen „Wahrheit“, was nur Gitter sind.
Doch Gott ist kein Gesetz, er ist der Wind,
der über ihre Zäune hinwegweht.
Wo sie verdammen, blüht der wilde Mohn,
wo sie verschließen, bricht die Sonne Bahn.
Die Schöpfung schert sich nicht um ihren Wahn,
sie ist ihr eigener und freier Thron.
Doch Glaube ist das Atmen aller Wesen,
ein Pulsschlag, der die Schöpfung leise durchzieht.
Ein grenzenloses, namenloses Lied,
das keine Dogmen braucht, um wahr zu sein.
Es ist das Licht, das durch die Risse fällt,
die Liebe, die sich weigert, auszuschließen.
Ein Strom, der frei muss durch die Herzen fließen,
weit über jede Grenze dieser Welt.
©F.R.K.
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