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Der Graf von Habsburg

Von ehemaliges Mitglied Mittwoch 23.06.2021, 12:12


Eine herrliche Ballade von Friedrich Schiller. Den religiös wichtigsten Abschnitt stelle ich hier vor.
Die Handlung: Der Graf von Habsburg leiht sein Ross einem Priester, der das Heilige Sakrament einem Sterbenden bringen möchte, aber durch Hoch wasser verhindert ist.
Am nächsten Tag bringt der Priester das Ross zurück und will es dem Grafen
übergeben.
Darauf der Graf:

"Nicht wolle das Gott", rief mit Demutsinn
Der Graf, "dass zum Streiten und Jagen
Das Ross ich beschritte fürderhin,
Das meinen Schöpfer getragen!
Und magst du's nicht haben zu eignem Gewinst,
So bleib' es gewidmet dem göttlichen Dienst;
Denn ich hab' es dem ja gegeben,
Von dem ich Ehre und irdisches Gut
Zu Lehen trage und Leib und Blut
Und Seele und Atem und Leben."

Hier kommt der Begriff der "Weihe" zur Geltung.
Ein Gegenstand oder ein Tier wird für Gott geweiht, für Gebrauch des höheren
Zwecks und wird em Gebrauch des profanen Alltags entzogen.
Das ist leider den Nicht-Katholiken ein unbekanntes Thema, genau so unbekannt wie die Zeilen des Gedichts im vorigen Beitrag "Hostien".

P.S. Von den Balladen Schillers können die stümperhaften Reimeschmiede, die hier manchmal vorgestellt werden, viel lernen!

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