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Der Tod

Von Feierabend-Mitglied 26.11.2023, 12:06

Der bekannte Dichter Khalil Gibran äußerte sich einmal über den Tod wie folgt:
"Ich weiß, das Geheimnis des Todes würdet Ihr gern kennen. Es gibt nur einen Weg es zu finden; schaut in euer Leben.
Die Eule, die mit ihren Nachtaugen am Tag blind ist, kann das Geheimnis des Lichts nicht ergründen. Blind seid ihr ebenso für das Geheimnis des Todes; es zu schauen müsst ihr eure Herzen weit öffnen, damit das Leben einziehen kann. Denn Leben und Tod sind eins, wie der Fluss und das Meer.
In euch, doch wie in Meerestiefe, liegt stille Kenntnis vom Jenseits, eingebettet in eure Hoffnungen und Sehnsüchte. Und wie Samenkörner träumend unter Schnee verborgen, so ist eure Hoffnung vom neuen Leben. Nehmt diese Träume an, sie sind das verborgene Tor zu Ewigkeit. Erst, wenn du vom Fluss der Stille getrunken hast, wird dein Gesang erklingen; erst wenn du den Gipfel des Berges erreicht hast, wirst du aufsteigen, und erst wenn die Erde deine Glieder gefordert hat, wirst du wahrhaft tanzen.“
(Ende des Zitats)

Der König Salomo kam zu der Erkenntnis dass Gott die Ewigkeit in die Herzen der Menschen gelegt hat. Und geben wir es doch ehrlich zu, niemand von uns möchte sterben und sich vorstellen einmal ausgelöscht zu werden. Insbesondere diejenigen, die 80 Jahre überschritten haben, befinden sich auf der letzten Etappe des Lebensweges. Durch unsere Geburt werden wir auf eine Wanderung, sagen wir einmal zu einer Gipfelbesteigung eingeladen bzw. geschickt. Man geht durch saftige blühende Wiesen, genießt den kühlen Wind und die Atmosphäre des Waldes. Man lauscht mit Freude den Sängern des Waldes und schaut dem Spiel junger Tiere zu. Man lacht und scherzt und könnte vor Übermut und Lebensfreude Bäume ausreißen. Bis dahin ist die Wanderung ein Kinderspiel, wenn man sich auch unterwegs einmal Blasen und leichte Verletzungen zuzieht.
Dann aber erreicht man die Baumgrenze, der Weg wird schwieriger, immer mehr steiniges Geröll ist zu bewältigen, man ist müde, mutlos und möchte am liebsten die Wanderung abbrechen und umkehren. Doch der Gipfel, den man erreichen möchte, lockt und fordert auf nicht aufzugeben.
Der letzte Anstieg ist äußerst mühsam, viele Gefahren bzw. Abstürze lauern auf diesem Weg und mit letzter Kraft wird der Gipfel erreicht. Wie erleichtert, froh und leicht man sich dann fühlt endlich sein Ziel erreicht zu haben und erst einmal verschnaufen zu können. Und dann - wie es Khalil Gibran ausdrückt - wird man vor Freude tanzen.

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