Der Weg
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Feierabend-Mitglied
Montag 04.09.2023, 08:43
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Jede Religionsgemeinschaft, ganz gleich welcher Coleur, behauptet den einzig richtigen Weg zu Gott zu lehren und zu vertreten. Ist das nicht ein Denkfehler? Gelesen habe ich die Aussage Jesu dass nur ER der Weg zu Gott ist. Zwischen Jesus und Gott haben sich religiöse Institutionen und Organisationen gestellt, die mit den unterschiedlichsten Methoden und Glaubensregeln versuchen ihre Macht zu festigen.
Papst Benedikt XVI stellte fest, dass das Heidentum in der Kirche selbst sitzt, es handele sich um eine Kirche in deren Herzen das Heidentum lebt. Früher kamen Heiden in die christliche Kirche, heute würden die Christen wieder zu Heiden. Die Aufgabe einer Kirche sei es Stück für Stück das wieder zu werden was sie sein soll: „Gemeinschaft der Glaubenden“.
War dies wohl auch ein Grund seiner Abdankung? Hatte er nicht mehr die Kraft gegen die zunehmende Gottlosigkeit innerhalb „seiner Kirche“ anzukämpfen? Denn es ist ihm nicht verborgen geblieben was im Vatikan vor sich ging und welche inneren Machtkämpfe dort ausgefochten worden sind und immer noch werden.
Ich bin der Überzeugung dass es auch innerhalb der Kath. Kirche - wie auch in anderen religiösen Organisationen - Menschen gibt die Gott leitet und die ein Licht sein sollen. Gottes Geist weht wo er will und nicht dort wo Menschen ihn hinstellen möchten. Leider werden oft diese „Lichter“ entweder eliminiert oder man stellt einen Scheffel darüber indem man sie anklagt und mundtot machen möchte. Gott schaut nicht auf Äußerlichkeiten oder Titel, er weiß auch dass Menschen in gewissen Familien und in einem bestimmten Milieu aufwachsen und dass diese Menschen innerhalb dieses Rahmens versuchen nach seinen göttlichen Gesetzen zu leben. Ich denke dass es Gott allein darauf ankommt was im Herzen eines Menschen - auch von geistlichen Führern - verankert ist. Hat Jesus z.B. Nikodemus verurteilt, nur weil dieser ein Pharisäer war und geblieben ist - damals eine der führenden und von ihm oft gemaßregelten Geistlichkeit? Insofern sollten wir uns davor hüten Menschen zu verurteilen, bevor wir nicht genau wissen wie dieser Mensch fühlt und denkt und in welchem Verhältnis er zu Gott steht. Da kann sogar ein Mensch außerhalb jeglicher Organisation Gott näher sein als der Frömmste einer religiösen Institution bzw. Glaubensgemeinschaft. In seinem Brief an die Römer - Kapitel 2 - hat Paulus diese Thematik aufgegriffen und eingehend erklärt. Sehr aufschlußreich! Darüber sollten insbesondere Menschen nachdenken, die sehr schnell bereit sind andere zu verdammen und sollten sich Jesus zum Vorbild nehmen. Er machte keinen Unterschied zwischen den Menschen und zeigte großes Mitgefühl - was er allerdings scharf verurteilt hat war Heuchelei.