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Die Rolle der Frau im Judentum

Von Feierabend-Mitglied Donnerstag 10.02.2022, 09:01

Immer wieder hört man dass die Frauen im Judentum unterdrückt und von ihren Männern bevormundet worden sind, sie nichts zu melden hatten. Stimmt aber dieses Frauenbild wirklich? Geht diese Beurteilung nicht vielmehr auf negative Äußerungen des Paulus zurück (der Mann ist das Haupt der Frau, die Frau hat zu schweigen usw.)? Ob der unverheiratete Paulus - selbst Jude - überhaupt die Rolle einer Frau richtig einzuschätzen wußte? Natürlich wird es auch despotische Männer gegeben haben wie in allen Kulturen, aber die Grundeinstellung zur Frau war eine andere.

Fakt ist dass die Frau zwar im öffentlichen Leben kaum in Erscheinung getreten ist, sie aber der Mittelpunkt des Hauses war. Ihre Position war alles andere als minderwertig, ihre Rechte waren geschützt, sie galt als diejenige - mehr als der Mann - die für den Zusammenhalt der Familie und auch für die Erziehung der Kinder verantwortlich war. Die Aufgaben von Mann und Frau waren unterschiedlich, aber keine war zweitklassig - ähnlich wie in einer Firma; da haben die Mitarbeiter auch verschiedene Aufgaben und ergänzen sich damit der Betrieb funktionieren kann. Da gibt es den Chef, seinen Stellvertreter der Prokura hat und dann Mitarbeiter die für die Praxis und Entwicklung der Produkte zuständig sind, auch gibt es Buchhalter und Dienstboten, Auszubildende. Und alle sind wichtig!

In der heutigen Zeit hat das Judentum kein sehr klares Rollenmuster mehr wie in der Geschichte der Juden in biblischer Zeit. Selbst in den traditionellsten Kreisen kann es vorkommen, dass der Mann sich um die Kinder kümmert und die Frau einen bezahlten Job außerhalb des Hauses hat.

In den Sprüchen findet sich das Loblied auf die jüdische Frau, hier nur einige Auszüge die den Stellenwert der jüdischen Frau hervorheben:
(Sprüche 31,10-31 Einheitsübersetzung)

Eine tüchtige Frau, wer findet sie? Sie übertrifft alle Perlen an Wert.
Sie sorgt für Wolle und Flachs und schafft mit emsigen Händen.
Sie gleicht den Schiffen des Kaufmanns: Aus der Ferne holt sie ihre Nahrung.
Noch bei Nacht steht sie auf, um ihrem Haus Speise zu geben und den Mägden (Sklaven) was ihnen zusteht.
Sie überlegt es und kauft einen Acker, vom Ertrag ihrer Hände pflanzt sie einen Weinberg.
Nach dem Spinnrocken greift ihre Hand, ihre Finger fassen die Spindel.
Sie öffnet ihre Hand für den Bedürftigen und reicht ihre Hände dem Armen.
Sie hat Decken gefertigt, Leinen und Purpur sind ihr Gewand.
Sie webt Tücher und verkauft sie, Gürtel liefert sie dem Händler.
Sie achtet auf das, was vorgeht im Haus, und isst nicht träge ihr Brot.
Ihre Söhne stehen auf und preisen sie glücklich, auch ihr Mann erhebt sich und rühmt sie.
Ihr Mann ist in den Torhallen geachtet, wenn er zu Rat sitzt mit den Ältesten des Landes.

Kann man aus Obigem ableiten dass die Frau unterdrückt und als minderwertige Schöpfung Gottes beurteilt worden ist? Eine Frau die sogar Handel treiben konnte? Ich erkenne eher eine emanzipierte Frau.
Man sollte sich schnellstens von dem Frauenbild verabschieden das uns Paulus gezeichnet hat.

Ganz nebenbei: Und so eine tüchtige Hausfrau war auch Maria, die Mutter Jesu, die für ihre Familie Sorge getragen hat. Mit Sicherheit hat sie nicht den ganzen Tag gebetet und meditiert und Halleluja gesungen.






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