Die Vorhölle abgeschafft
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Feierabend-Mitglied
Montag 19.06.2023, 09:36
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2007 wurde nach langen Diskussionen endlich die Lehre von einer Vorhölle abgeschafft, in die ungetaufte Kinder bzw. Babys bei ihrem frühen Tod kommen und dort bis in alle Ewigkeit bleiben müssen. Man hat eingesehen dass diese Lehre mit der Liebe Gottes nicht im Einklang steht, zumal man auch im Evangelium nichts von einer Vorhölle lesen kann.
Insofern dürfte auch die Nottaufe hinfällig geworden sein. Welcher Humbug damit getrieben worden ist, zeigt die Geschichte des Mittelalters. Oft wurden sogar Babys, die sich noch im Geburtskanal der Mutter befanden und deren Tod befürchtet worden ist, im Mutterleib getauft was oft den Tod der Mutter zufolge hatte.
Joseph Ratzinger hatte bereits vor seiner Wahl zum Papst die Vorhölle, die auch als Limbus bezeichnet worden ist, als nur eine theologische Hypothese erklärt und empfohlen den Glauben daran abzulehnen.
Die Führung der kath. Kirche sollte auch weitere unsinnige Dogmen auf den Prüfstein legen und nachforschen ob sie der Lehre Jesu entstammen, z.B. auch die unbiblische Lehre vom Fegefeuer. Aber dazu fehlt der kirchlichen Obrigkeit wohl der Mut.
Heute sind die Menschen aufgeklärter und lassen sich keine Märchen mehr auf die Nase binden wie man sie noch dem unmündigen Volk in einer Zeit, in der der Aberglaube hohe Blüten trieb, weismachen konnte. Durch Luthers Bibelübersetzung ins Deutsche war es dann jedem Gläubigen, der lesen konnte, möglich selbst in der Bibel nachzuforschen. Dass dabei so manche Ungereimtheiten entdeckt worden sind, ist nicht verwunderlich. Genau eine solche Erkenntnis hatte die Kirchenführung verhindern wollen indem es den Laien verboten war eine Bibel zu besitzen und sie zu lesen. Zudem war die Mehrheit des Volkes auch nicht dazu in der Lage, denn Latein war damals die Sprache der Gelehrten. Sie mußten halt das glauben was von der Kanzel gepredigt worden ist.
Noch 1960 besaßen Katholiken keine Bibel sondern lediglich ein Meßbuch. Meine kath. Schwiegermutter reagierte entsetzt dass ich eine Bibel besaß und darin gelesen habe. Ich war in deren Augen keine echte Gläubige, da ich damals noch in der ev. Kirche war.