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Friedrich Nietzsche

Von Feierabend-Mitglied Donnerstag 29.09.2022, 09:39 – geändert Donnerstag 29.09.2022, 09:40

Bild gemeinfrei

Nietzsche wurde in einem Pfarrhaus geboren und konnte diese Prägung scheinbar nie völlig ablegen. Warum er sich von der christlichen Religion abgewandt hat ist nicht völlig klar. Immerhin hatte er gute Erinnerungen an seinen Vater, einen Dorfpfarrer, der allerdings eine konservativ-bibeltreue Position vertrat. Wurde hier der Grundstein für seine Abneigung gegenüber dem Christentum gelegt? Der Vater starb als Nietzsche erst 4 Jahre alt war. Demnach lag die Erziehung des hochbegabten Jungen in den Händen einer naiven Mutter, die ihm nicht das vermitteln konnte was er dringend benötigt hätte.

Seine Universitätskarriere ging in die Brüche, mit 35 Jahren ging der junge Professor in den Ruhestand. Er hat keinen Beruf, keine Familie, nur wenige Freunde. Somit widmete er sich seiner „Mission“, die Welt auf die Zeit ohne Gott einzustimmen. Dabei zeigte er auf wohin eine Welt ohne Gott hinsteuert, nämlich in ein moralisches Vakuum, in dem die Menschen ihre eigenen Maßstäbe und Werte ausdenken sollten. Die daraus entstehenden möglichen Folgen beschreibt er mit folgenden Worten bzw. Fragen:
Stürzen wir nicht fortwährend? Rückwärts, seitwärts, vorwärts., nach allen Seiten? Gibt es ein Oben und ein Unten? Irren wir nicht wie durch ein unendliches Nichts? Haucht uns nicht der leere Raum an? Ist es nicht kälter geworden? Kommt nicht immerfort die Nacht und mehr Nacht?“

Gegen Ende seines Lebens verschwindet er in verschiedenen psychiatrischen Einrichtungen und landet schließlich im Haus seiner Mutter. Er wollte seine Anklage des Christentums „an alle Wände schreiben, wo es nur Wände gibt“. Jetzt schmiert er, so notierten die Ärzte immer wieder in der Krankenakte, seinen eigenen Kot an die Wände. Am 25. August 1900 starb Nietzsche, er fand seine letzte Ruhestätte an der Außenmauer der Kirche, in deren Pfarrhaus er seine ersten glücklichen Kindheitsjahre verbracht hatte.

Hat man Nietzsches Anliegen überhaupt verstanden? Er wurde zur Kultfigur erhoben und als jemand verehrt, der sich von dem christlichen Glauben losgesagt hat. Aber war es wirklich so? Hatte Nietzsche seinen Kindheitsglauben wirklich verloren? Obwohl er zeitlebens ein permanenter Gegner des Christentums war, ist einer der letzten zusammenhängenden Sätze, den Nietzsche zu Papier brachte, höchst bemerkenswert: „Jesus Christus, gestern und heute, und derselbe auch in Ewigkeit. Amen“.

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