Tora, Gesetze, Gebote
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Feierabend-Mitglied
Donnerstag 28.07.2022, 08:07
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Irreführend ist die Übersetzung „Gebot“ oder gar „Gesetz“. Bei den göttlichen Weisungen handelt es sich um keinen Strafrechtskatalog, den ein Machthaber seinen Untertanen gibt, sondern um die Regeln, die ein liebevoller Vater seinen Kindern auf den Weg gibt, um ihnen ein erfülltes Leben zu ermöglichen. Die Tora lehrt Lebensweisheit. Sie ist keine Auflage, sie ist ein Geschenk, ein «Licht auf dem Weg», wie es im Psalm 119 heißt. Am Sinai wird deshalb keine Gesetzesreligion installiert und keine Werkgerechtigkeit begründet. Gott hat Israel aus der Sklaverei befreit und seinen Bund angeboten, bevor er ihm seine Weisungen gegeben hat. Diese sollten den Israeliten nun helfen, in Freiheit ein Leben in Gottes- und Nächstenliebe zu führen. Unter den Weisungen sticht deshalb eine besonders hervor: «Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.»
aus „Jesus. Eine Weltgeschichte“. Markus Spieker
Richtlinien bzw. Weisungen stellen keine Verpflichtung dar, man kann sie anwenden oder auch ablehnen und nach eigenem Gutdünken leben. Gott zwingt niemanden seinen Gesetzen zu folgen, jeder sollte aber bedenken dass er die Konsequenzen seiner Entscheidung selbst tragen muss.