Vom Götterglauben kuriert?
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Feierabend-Mitglied
Dienstag 28.06.2022, 10:44
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Epikurs wichtigster Mitarbeiter war ein Römer, der etwa fünfzig Jahre vor der Geburt Christi in Erscheinung tritt: Lukrez. Er verehrte Epikur wie ein Sinnsucher seinen Guru – als größten Aufklärer aller Zeiten, als Befreier von Aberglauben und Götterhörigkeit: «Du bist der Entdecker der Wahrheit“.
Für Lukrez war die Religion ein Scheusal, das mit grauenhafter Fratze die Menschheit furchtbar bedrängt und ihnen die Lebenslust absaugt.
In seinem Buch „Über die Natur der Dinge“ nahm Lukrez sich vor, die Menschen vom Götterglauben zu kurieren und ihnen gleichzeitig die Angst vor Höllenstrafen und überhaupt dem Tod zu nehmen. U.a. schrieb er folgendes:
„Wie viele unnütze Seufzer haben wir uns selbst entlockt, wie viele Wunden uns selbst geschlagen, wie viele Tränen ohne Not unseren Kindern beschert! Denn was ist fromm daran, mit bedeckten Köpfen um ein Steinbild zu kreisen und opfernd an Altäre zu treten oder sich der Länge nach auf den Boden zu werfen und die Hände zu den Tempeln der Götter zu heben, auf ihren Altären Tierblut zu vergießen und ein Gelübde nach dem anderen zu leisten?“
(Gelesen im Buch „Jesus - eine Weltgeschichte“ von Markus Spieker und teilweise mit eigenen Worten wiedergegeben)
Klingt das nicht sehr modern? Könnte man diese Äußerung nicht auch auf die christlichen Kirchen übertragen? Wie viel Angst und Leid haben diese doch durch ihre falschen Lehren geschürt und dadurch die Gläubigen niedergedrückt anstatt ihnen die Freiheit zu predigen, die Jesus seinen Jüngern gegeben hat.
Auch berührt es mich immer mehr als unangenehm wenn ich sehe wie sich die angehenden Priester, die ihre Weihe empfangen sollen, mit ausgebreiteten Armen auf den Boden legen. Was soll das? Hat Jesus jemals auf ähnliche Weise um die Gunst des himmlischen Vaters gebetet? Und dann das Getue insbesondere bei der kath. Messe; zwar opfern die Priester kein buchstäbliches Tier mehr, doch erinnert ihre Zeremonie an solche Opfer indem sie sinngemäß Jesus, das Lamm, schlachten und opfern und den Gläubigen das Fleisch in Form einer Oblade geben.
Seit Lukrez Zeiten hat sich nicht viel geändert, lediglich die Namen der Götter wurden ausgetauscht. Zudem wurden die Zeremonien des Götterkultes einfach mit christlichem Gedankengut vermischt.