50 Jahre Evershagen
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Feierabend-Mitglied
Freitag 16.07.2021, 12:03
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Hier habe ich einmal aus der "WIRO_aktuell_Juli_2021" einen Artikel, den ich unter - 50 Jahre Evershagen - gefunden habe.
Da ich selbst kein Mieter dieser Wohnungsgesellschaft bin, machten mich andere beim Bäcker darauf aufmerksam.
"In war, wer drin war
Wer in den 70ern was auf sich hielt, ging zum Feiern in den Jugendklub »Pablo Neruda«. Die älteren Rostocker können es bezeugen, stundenlang standen sie damals für Eintrittskarten an. Den unscheinbaren Anbau in der Ehm-Welk-Straße hatte sich die Jugend des Stadtteils 1972 bei der SED-Kreisleitung als Treffpunkt ertrutzt. »Wir waren voller Ideen und wollten etwas bewegen«, erinnert sich Hubert Koffent, wegen seiner Ähnlichkeit mit James Last schon damals besser bekannt als Käpt‘n James. Er war von Anfang an dabei und lange der Kopf vom »Pablo Neruda«. Die junge Truppe aus Freiwilligen organisierte Gesprächsrunden, Lesungen, kleine Konzerte. Aber vor allem: Disko. Mittwochs für Schüler, Jugendliche kamen freitags, Samstagabend die über 18-Jährigen. Immer war‘s knackevoll – und trotzdem kamen nicht alle rein, mit 90 Besuchern war die Hütte voll. Hubert Koffent hat zu der Zeit im Hotel Neptun gearbeitet, kannte als staatlich geprüfter Schallplattenaufleger DDR-Bands und Musiker mit Rang und Namen. Petra Zieger und Berluc hat er nach Evershagen geholt. Als der Jugendklub zu klein wurde, hat der umtriebige Klubleiter Konzerte in der Schulspeisung nebenan organisiert. Die Jugendlichen kamen längst aus allen Stadtteilen in den Nordwesten. Der »Pablo Neruda« wurde Vorbild für alle anderen Jugendclubs der Stadt: Das »ABC« in Reutersha-gen, »Störtebeker« in Dierkow, der »Greif« am Platz der Jugend.Nach der Wende blieb auch der »Pablo Neruda« nicht mehr, wie er war. Es gab immer öfter Remmidemmi, die Beschwerden von Anwohnern häuften sich. Bald war es mit den regelmäßigen Tanzabenden vorbei. Den Jugendklub gibt‘s heute noch – aber ganz anders. Jugend-wohnen Hansestadt Rostock e.V. betreibt hier einen offenen Kinder- und Jugendtreff.
Käpt‘n James ist heute 73, bis vor wenigen Jahren hat er als selbstständiger DJ gearbeitet. Auf Hochzeiten, Jugendweihen, anderen Familienfeiern. In Evershagen wohnt er immer noch, er ist im Stadtteil bekannt wie ein bunter Hund. »Hier fühle ich mich Zuhause.«... und heute. Hubert Koffent ist Evershagen treu geblieben."
Quelle: WiRO Aktuell