Neu hier? Lies hier über unser Motto gemeinsam statt einsam.
Mitglied werden einloggen




Passwort vergessen?

4 5

Alemannen Platt gegen Ostfriesen Platt

Von Fiddigeigei Mittwoch 30.06.2021, 15:34

Alemannen Platt gegen Ostfriesen Platt

Ich fühle mich direkt aufgefordert, hier etwas auf die Sprache der Alemannen hinzuweisen.

Erstmal muss man feststellen, dass zwischen Ostfriesland und Alemannien um die 1000 Km Abstand liegen. Alemannien beginnt in der Nordschweiz mit den Hochalemannen und umfasst ganz Baden-Württemberg und das Französische Elsass. Ich weiß ehrlich nicht, wie viele Dialekte es unter uns selber gibt, aber wir brauchen keine Dolmetscher. Wir, inklusive Bayern und Österreicher, verstehen uns oder wie wir sagen „mer vrstöhn“ uns alle.

Ich wurde am Hochrhii - Hochrhein-zwischen Schaffhausen und Basel im Hochalemannischen -HA- geboren und lebe jetzt im Niederalemannischen -NA- in der direkten Nähe zu Straßburg.

Hier gibt es schon gewaltige dialektische Unterschiede.

Beispiel:

Hochdeutsch: Ich bin vom Wagen heruntergefallen

NA : I bi vum Kärrele abekeit

HA: I bi vum Karre abecheit.

Da haben wir dann gleich den Sprachfehler der HA , dass CH wird hinten im Rachenraum gebildet. K wird zu Ch. NA ist weicher, HA kommt mehr aus dem Rachen.

Unser bekanntester Heimed Dichter war Johann Peter Hebel, geb. 10. Mai 1760 in Basel; † 22. September 1826 in Schwetzingen/Baden)
Er war ein Schriftsteller, evangelischer Geistlicher und Lehrer

DER MANN IM MOND von J.P. Hebel
(Dieses Gedicht zu lernen war Pflicht in der Schule)

„Lueg, Müetterli, was isch im Mo'?“
He, siehschs denn nit, e Ma!
„Jo wegerli, i sieh en scho.
Er het e Tschöpli a.

Was tribt er denn die ganzi Nacht,
er rüehret jo kei Glied?“
He, siehsch nit, aß er Welle macht?
„Jo, ebe dreiht er d'Wied.

Wär i, wie er, i blieb dehei,
und machti d'Welle do.“
He, isch er denn us üser Gmei'?
Mer hen scho selber so.

Und meinsch, er chönn so, wiener well?
Es wird em, was em g'hört.
Er gieng wol gern - der sufer Gsell
muß schellewerche dört.

„Was het er bosget, Müetterli?
Wer het en bannt dörthi?“
Mer het em gseit der Dieterli,
e Nütznutz isch er gsi.

Hier meine Übersetzung:

Schau Mutter was ist da im Mond?
Ja siehst du denn nicht den Mann,
ja, ich sehe ihn schon,
er hat eine Jacke an.

Was treibt er denn die ganze Nacht?
Er rührt doch kein Glied.
He, siehst du nicht wie er Holzbündel macht.
Eben dreht er einen Weidenstrick (um das Bündel zu schnüren).

Wär ich wie er, ich bliebe daheim
und würde meine Holzbündel hier machen,
he ist er aus unsere Gemeinde?
Wir haben doch selber solche.

Und meinst du er könnte wie er will?
Er bekommt was ihm gehört.
Er ging wohl gern, der saubere Geselle
muss arbeiten dort.

Was hat er verbrochen Mütterchen,
wer hat ihn dort hin verbannt?
Man hat ihm gesagt er soll das nicht tun, der Dieter,
er sei ein Nichtsnutz gewesen.

Es gibt noch einige Strophen mehr und es dreht sich um den Mann im Mond, der zur Strafe, weil er am Sonntag gearbeitet hatte , auf den Mond verbannt wurde.

Oskar-Carlos,
ein Hochalemanne, dem das Hochdütsch schwätze oft schwer fällt, besonders ein S zu sprechen ohne dass es zu einem Sch wird.
Baden- Württemberger können (fast) alles außer Hochdeutsch!

Du möchtest die Antworten lesen und mitdiskutieren? Tritt erst der Gruppe bei. Gruppe beitreten

Mitglieder > Mitgliedergruppen > Sprachenmix mit Platt > Forum > Alemannen Platt gegen Ostfriesen Platt