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Dag um Dag hebb ik de Acker ploogt

Von egalis Samstag 15.08.2020, 08:28

Diesmal habe ich mir ein Gedicht von HANS CAROSSA vorgenommen, das ich sehr gerne lese und ins ostfriesische Platt übertragen habe. Unser Platt ist kein Dialekt, sondern eine eigenständige Sprache.
Die deutsche Fassung habe ich auch nicht vergessen.

Ditmal hebb ik mi een Gedicht van HANS CAROSSA utsöcht. Dat mag ik heel geern lesen un hebb dat in oostfreeske Platt umschreven. Uns Platt is een eegen Spraak.
De dütske Woorden hebb ik nich vergeten.


Dag um Dag hebb ik de Acker ploogt.
Achtsam de Fürgen trucken - ohn Tall.
Liek sünd se worden, hebb ik docht.
Man nu kiek ik van de Höchte runner
un seeg: Meest weern se krumm un scheev.
To minn dorvan wassen liek.

Bedaar di, mien sörgelk Hart,
de Eid sall ´t woll all weer lieken.
De sien Tannen sünd scharp,
gahnt tegen de Tied siens an.
Hemel, laat warsen de fien tokomend Saad.
Un denn, över krumm un liek, weiht dor dat riepend Koorn.

Hans Carossa:
Tage lang hab ich den Acker gepflügt,
unzählige Furchen achtsam gezogen, fürwahr,
schnurgrad glaubt ich sie all.
Aber nun schau ich vom Hügel hinunter.
Da siehe, die meisten leider gerieten mir krumm,
wenige waren nur gerad.

Ruhe, mein sorgliches Herz,
die Egge wird alles verebnen.
O, ihre Zähne sind gut, wehren dem Zahne der Zeit.
Himmel, erziehe mir du die zarten künftigen Saaten,
bald, über krumm und gerad, neigt sich das reifende Korn.

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