Neu hier? Lies hier über unser Motto gemeinsam statt einsam.
Mitglied werden einloggen




Passwort vergessen?

1 2

In´ Moor

Von egalis Montag 07.09.2020, 18:47

Still liggt dat Moor, van nahrends her een Luut,
blot Immen summen in dat Heidekruut.
Un in de Middagssünne liggt so warm
de Heide, as een Kind in Moders Arm.

Dat is de stillste Stünne van de Dag,
wo alles drömt un nicks sück rögen mag.
Man ut de Rüsken glitt dat geel un bunt,
de Ader sünnt sück up de warme Grund.

Do geit dat as een Bewern dör de Lücht,
keen Tiekje kruppt, keen Bottervögel flüggt.
Keen Vögel singt, dat is so swöl un still,
as wenn up all´s een Bann sück leggen will.

De Muus, de ewkes noch hör grise Rock
hett putzt, de kruppt verbiestert in hör Lock.
Still liggt de Heid, van nahrends her een Luut,
blot Immen summen in dat Heidekruut.

Toni Wübbens (1850-1910)

Still liegt das Moor, von nirgends her ein Laut,
nur Bienen summen in dem Heidekraut.
Und in der Mittagssonne liegt so warm
die Heide, wie ein Kind in Mutters Arm.

Das ist die stillste Stunde von dem Tag,
in der alles träumt und nichts sich rühren mag.
Aber aus den Binsen gleitet das gelb und bunt,
die Kreuzotter sonnt sich auf dem warmen Grund.

Da geht das wie ein Beben durch die Luft,
kein Käfer kriecht, kein Schmetterling fliegt.
Kein Vogel singt, das ist so schwül und still,
als wenn auf alles ein Bann sich legen will.

Die Maus, die eben noch ihren grauen Rock
geputzt hat, die kriecht verwirrt in ihr Loch.
Still liegt die Heide, von nirgends her ein Laut,
bloß Bienen summen in dem Heidekraut.

Du möchtest die Antworten lesen und mitdiskutieren? Tritt erst der Gruppe bei. Gruppe beitreten

Mitglieder > Mitgliedergruppen > Sprachenmix mit Platt > Forum > In´ Moor